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Als Franke Sloothaak für das Drogentherapie-Zentrum San Patrignano ritt... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 09. November 2010 um 18:54

 

San Patrignano. Der CSI im Drogentherapie-Zentrum San Patrignano wurde vom Internationalen Springreiter-Club zum „Bestes Turnier des Jahres 2010“ gewählt. Gründer der autarken Gemeinde war 1978 der Italiener Vincenzo Muccioli. Er engagierte 1992 Franke Sloothaak und erwarb für Millionen Mark mehrere Pferde, darunter die Stute Weihaiwej, mit der Sloothaak 1994 in Den Haag Weltmeister der Springreiter wurde.

 

Während des CHIO von Deutschland in Aachen im Sommer 1992 trafen sich der Italiener Vincenzo Muccioli und der deutsche Vize-Europameister Franke Sloothaak. Im Oktober des gleichen Jahres in Bremen  verkündete der Vorzeigereiter des Stalles Paul Schockemöhle, dass er in Zukunft für das Drogen-Therapie-Zentrum San Patrignano reiten werde. Im November trug er im Parcours bereits den ihm verpassten blauen Rock mit hellblauem Kragenspiegel. Muccioli damals: „Franke Sloothaak ist ein Könner, ein Vorbild, kommt bei Jugendlichen gut an, hat Ausstrahlung.“ Und warum gerade ein Reiter? „Reiten fordert Disziplin, wer als Drogenabhängiger geheilt werden will, muss vor allem Disziplin haben.“

 

Ein Millionär wird Clochard...

 

1978 verließ Vincenzo Muccioli das geruhsame Leben eines Millionärs. Er, den Zeit seines Lebens auch etwas Geheimnisvolles umschwirrte, verkaufte alles, sein Hotel und einen landwirtschaftlichen Betrieb und wurde zu einem Clochard der besonderen Art. Man sagt, und das steht nicht in seiner Vita, Anlass sei gewesen, dass einer seiner beiden Söhne an der Nadel hing. So stieg Vincenzo Muccioli selbst hinab in jenes abgeschottete Reich der Drogenabhängigen, wo das Elend zuhause ist. Er lebte mit ihnen und beschloss, den Jugendlichen zu helfen. Alles begann mit 20 Freiwilligen.

 

In der Nähe von Rimini erwarb er  400 Hektar Bauland, dort entstand „San Patrignano“. In diesem Staat im Staate halten sich fast ständig 3.000 Menschen auf, die alle von der Sucht loskommen wollen. Man lebt in Bungalows, die Türen sind nicht verschlossen, es gibt keine Schranken. Doch wer das Zentrum verlässt, kann nicht mehr zurück. Probleme werden offen diskutiert. Die Rückfallquote ist gering, die Therapiezeit dauert drei Jahre. Die meisten bleiben danach noch längere Zeit in San Patrignano und übernehmen Führungsposten.

 

Eine Welt für sich – autark

 

„San Patrignano“ ist fast autark. Die Landwirtschaft mit 600 Kühen, 300 Ziegen, 600 Schafen, 500 Schweinen zum Beispiel liefert die Grundnahrungsmittel, es gibt eine Klinik, Sporthallen, Zahnärzte, ein Dentallabor. Das Zentrum bietet die Möglichkeit, 54 Berufe zu erlernen, es gibt Gärtnereien, Schlossereien, Gemüse- und Obstplantagen, Schreinereien, eine Bäckerei, eine Weberei, Töpfereien, eine Schmiede und eine Autoreparaturwerkstatt. Die  selbst produzierten Weine wurden schon prämiert und werden in die ganze Welt verschickt, eine eigene Zeitung wird gedruckt, mit Tapeten aus der Kunstwerkstatt von San Patrignano wurden die Wände eines Rothschild-Schlosses in London beklebt, Pelzkreationen werfen sogar stattliche Gewinne ab, das Theater fasst 700 Personen. Es gibt ein Schwimmbad und eine Fußball-Mannschaft.

 

Tiere als wertvolle Therapiehilfen


Vincenzo Muccioli mit Deutschen Doggen seiner Zucht

(Foto: San Patrignano)

In Tieren sah Vincenzo Muccioli von Anfang an eine wertvolle Therapieunterstützung. In San Patrignano werden Pferde gehalten und gezüchtet, Galopper und Springpferde, und die dortige Zucht der Deutschen Dogge genießt Weltruf. „Hunde, Pferde, Menschen – alle brauchen einander, das ist der Sinn des Lebens“, sagte er mal. Verbissen kämpfte er gegen die oftmals geforderte Freigabe von Drogen, „weil dadurch der Reiz des Verbotenen hinfällig würde, das ist doch absoluter Blödsinn“, sagte er mal. „Drogen zerstören den Charakter, und gleichzeitig auch das Umfeld, mit Drogen verfallen Moral, soziale Werte und Ideale. Drogen vernichten auch die Gesellschaft und damit jeden einzelnen mit“, sagte er. Der Drogensüchtige erkenne keinen mehr an, „nur sich selbst.“ Die Politik habe in vielen Fällen versagt, es werde nur viel geredet, „aber nichts unternommen.“

 

Seit 1996 werden alljährlich auch große internationale Springreiterturniere in San Patrignano  veranstaltet, die Helfer stammen alle aus dem größten Drogentherapiezentrum Europas, 2005 war San Patrignano Schauplatz der Europameisterschaft mit Marco Kutscher aus Riesenbeck als Gewinner. Vincenzo Muccioli starb am 19. September 1995 mit 61 Jahren. Andrea Muccioli übernahm die Verantwortung im Sinne seines Vaters.

 

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