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Weltneuheit aus Luxemburg: Geldanlage Pferd... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 16. Januar 2013 um 15:25

 

John Baumann in seinem Luxemburger Büro

 

Luxemburg. John Baumann ist ein Leben lang Banker gewesen, zudem Anlagenberater, jetzt legte der Luxemburger den ersten Fonds mit Pferden auf. Die Idee kam dem Nicht-Pferdemann vor fünf Jahren…

 

 

Man sieht es ihm fast an, und man glaubt es auch, als er sagt: „Ich bin kein Pferdemann, aber Zahlenmensch.“ Finanzmathematik, das ist Geschäft. John Baumann (51) kam zum Pferd „über meine Söhne“, aber auch über Freunde eines Reitstalles. Vor fünf Jahren wurde er neugieriger. Der Vermögensberater, der in Bitburg geboren wurde, schwafelte nicht los, schwadronierte nicht durch die Lande, er recherchierte, gab Untersuchungen in Auftrag. Der Zahlenjongleur schlug durch.

 

Baumann, dessen Mutter aus dem Großherzogtum stammt, der Vater aus den USA, las sich zunächst in Zahlen ein, Umsätze auf Auktionen, machte sich kundig über den Wirtschaftsfaktor Pferd in Deutschland, ganz Europa, Asien, in Nord- und Südamerika. Er stellte fest: „Die Finanzkrise hat den Pferdesport nicht so schwer erfasst, im Gegenteil.“ Er merkte zudem: „Es gibt eine Globalisierung auch im Pferdesport. War der Turniersport früher vornehmlich in West-Europa und Nordamerika zuhause, spielen Länder wie Russland, die Ukraine oder China eine immer größere Rolle.“ Er zog den Schluss: „Ein Pferd wird durch den Sport, durch die entsprechende Ausbildung zu etwas ganz Wertvollem - wie den Rohdiamanten erst der Feinschliff im Werte steigert.“ John Baumann weiter: „Anscheinend bewusst war das so deutlich nur wenigen…“ Bisher galt das Pferd oder der Pferdesport als Liebhaberei, vor allem in der Finanzwelt. Ein Pferd war stets immer das wert, „was einer bezahlte“, so Olympiasieger Alwin Schockemöhle (75).

 

Weltweit leben rund 60 Millionen Pferde, davon fünf Millionen in Europa, wie herausgefunden wurde. John Baumann: „Der Pferdebestand in der Welt wird größer, die gut ausgebildeten Pferde weniger.“ Was ihn, den Banker und Geschäftsmann, aber zusätzlich in seinem Vorhaben anstachelte, „laut einer  Statistik erfuhr ein Pferd bei Auktionen eine Wertsteigerung von 700 Prozent in den letzten 40 Jahren, was einer jährlichen Preissteigerung von 5,42 Prozent entspricht.“ Der „Geldmensch“ John Baumann, der fünf Sprachen spricht – Deutsch, Französisch, Englisch, Holländisch und Luxemburgisch -  kam fast zwangsläufig in seinen Überlegungen auf die bisher einmalige Idee des ersten regulierten Pferde-Fonds weltweit mit Namen „Equi Future Champions“ (EFC). Mindestanlage: 125.000 Euro. Zielrendite: Zehn Prozent pro Jahr. Der Fonds ist nur qualifizierten und institutionellen Investoren sowie vermögenden Privatpersonen vorbehalten. Und es soll nicht ausgesprochen bei Springpferden bleiben.

 

Wer dopt – fliegt aus dem Vertrag

 

Der Nicht-Pferdemann und Chef von „Baumann und Partners“ aus der Rue de Treves in Luxemburg, wo nicht weniger als 150 Geldinstitute einen Wohnsitz haben,  benötigte zur Umsetzung seiner Gedanken begeisterungsfähige und überzeugte Fachleute, er fand sie durchaus nachvollziehbar in Holger Hetzel (53) und Dietmar Gugler (52). Auf Hetzel stieß Baumann in Goch auf dessen letzten erfolgreichen Auktionen mit wahren Pferdeleuten. Der 32-Malige Nationen-Preis-Reiter ist Pferdemann, Trainer, Ausbilder und Finder außergewöhnlicher Springpferde. Und Baumann heuerte über Hetzel den ehemaligen Nachuchs-Bundestrainer Dietmar Gugler (52) an, den Entdecker vieler Talente wie die schwedische Ausnahme-Reiterin Angelica Augustsson (26) oder das deutsche Nachwuchs-Ass David Will (23). Über den gebürtigen Schwaben Gugler sagte mal sein ehemaliger Arbeitgeber Paul Schockemöhle: „Ich hatte nie einen besseren Verkäufer, weil er selbst reiten kann und auch in der Lage ist, den entsprechenden Unterricht mitzuliefern.“ Dazu gewonnen wurde als vereidigte Sachverständige Birgit Dohmen, eine ausgebildete Pferdewirtin.

 

Holger Hetzel, neben Dietmar Gugler Manager der sportlichen Seite von EFC

(Fotos: U.Ludwig)

 

Ziel des Fonds ist es, „Pferde zu erwerben, ausbilden zu lassen – und sie dann möglicherweise gewinnbringend zu veräußern“, so John Baumann, „wir wollen aber auch in die verbandelte Industrie investieren mit Beteiligungen, aber keinen Einfluss nehmen.“ Die Pferde sollen beim Kauf durch den Fonds zwischen vier und sieben Jahre alt sein, „aber das Alter ist nicht zwingend.“ Holger Hetzel bestimmt die Vorgabe für Training und Ausbildung, zusammen mit Dietmar Gugler auch den Einsatz auf Turnieren. Die Pferde gehen nur in tierschutzgerechte Ställe und möglicherweise in der Region Niederlande-Belgien-Deutschland. Die Bereiter haben alle drei Monate einen Bericht abzuliefern, ihnen wird jedoch Zeit zur Ausbildung gewährt, Zeitdruck herrscht nicht. Wer dopt – fliegt, „negative Schlagzeilen können wir uns nicht erlauben“, sagt John Baumann. Trainings-Kontrollen finden sporadisch und unangemeldet statt. Alle Pferde sind durch den Fonds gegen Tod oder Unbrauchbarkeit versichert.

 

Die Fonds-Pferde sollen zur Weiterbildung jeweils zu großen Reitern. Den ersten fanden sie in Horb am Neckar, nämlich den Doppel-Olympiasieger, Weltcupgewinner, Europa- und Weltmeister der Vielseitigkeit Michael Jung. Der Alleskönner in allen drei olympischen Disziplinen hat seit letztem Wochenende gleich zwei Könner der letzten Hetzel-Auktion in seinem Stall, darunter den Bundeschampion Captain Sparrow. Von einem schöneren Fonds-Beginn wagen viele nicht einmal zu träumen…