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Leon Melchior - Vordenker des Pferdesports zu Grabe getragen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 17. November 2015 um 19:38

(Foto: Uta Ludwig)

Lanaken. An diesem 17. November 2015 wurde in Lanaken der Chef und Gründer des Gestüts „Zangersheide“ beerdigt: Leon Melchior. Er hatte Visionen und setzte sie auch um. Am 1. Weihnachtstag wäre er 89 geworden.

 

 

Er war Reiter, Züchter, vor allem hatte er Visionen, er setzte sie um, mit Überzeugung, aber auch mit einer gewissen Dickköpfigkeit. Er, Leon Melchior, Niederländer, seit 1974 auch belgischer Staatsangehöriger, ging die richtige Richtung auf seinem Gestüt Zangersheide in Lanaken, nicht weit von Aachen. Durch ihn wurde das Brandzeichen „Z“ ein Begriff in der Welt des Pferdesports.

 

Leon Melchior, Vater deutsch, Mutter Niederländerin, machte mit Komplettbauten, zum Beispiel mit dem schnellen Hochziehen von  Krankenhäusern, Bürogebäuden und Hinstellen von Flughäfen, so Köln-Bonn, nach dem Zweiten Weltkrieg als Bauunternehmer Millionen. Sein Hobby war der Reitsport. Er gehörte zwar nicht zu den großen Talenten, sein Ehrgeiz jedoch wiederum war konkurrenzlos. Als er mal im Training schwer stürzte und wegen einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag, rief er zwei Tage nach seiner Einlieferung ins Spital seinen damaligen Trainer Karl-Heinz Giebmanns an und fragte, wann denn das Training weitergehe… Er hätte alles getan und alles bezahlt, um einmal bei Olympia starten zu dürfen, auf die Offerten ging der belgische Verband jedoch nicht ein.

 

Die Zucht von Sport-Springpferden aus verschiedenen Abstammungen und mittels fortschrittlichsten Fortpflanzungsmethoden wurde das hippologische Lebenswerk des Leon Melchior. Nach Jahren moralischen Bedenkens und behördlicher Konflikte ist seine Zucht anerkannt. Der Buchstabe "Z" steht für Qualität und ist ein anerkanntes Gütezeichen weltweit.  

Horseman und Tüftler


Melchior war sowohl ein Horseman wie auch ein Tüftler. Er selbst, seine Forscher in Zusammenarbeit mit Tierarzt Dr. Leo De Backer in den hauseigenen Laboratorien, und erstklassige Bereiter für seine erlesenen Sportpferde-Produkte leisteten bahnbrechende Qualitätsverbesserungen und wurden zu Trendsettern modernster Springpferde-Zucht. Er setzte seine Gedanken und Vorstellungen hartnäckig und akribisch durch. Er baute in den 70er-Jahren auf einem Areal von 55 ha das Gestüt Zangersheide (übersetzt: „Singende Heide“) mit Turnierstall, inmitten von Wald und Wiesen. Er kaufte erlesene Hannoveraner-Hengste, wie Ramiro von Fritz Ligges, oder Stuten wie Heureka von Hermann Schridde, jeweils Tiere bewährter Zuchtlinien und ganz gezielt für den Springsport. Er verfolgte fast fanatisch seine Idee, die Hufrollenentzündung – häufige Berufskrankheit der Springpferde – wegzüchten zu können, es gelang. Er ließ sich auch nicht entmutigen, als zunächst das Austragen von Embryos durch Leihmütter – er hatte dazu 100 Kaltblutstuten geholt – nicht gelang, weil die technischen Voraussetzungen noch fehlten.

 

Er ging von Anfang konsequent den direkten Weg zu erfolgreichen Zucht. Er holte sich auch sofort Pferdeleute als Berater, wie Olympiasieger Alwin Schockemöhle und dessen Bruder Werner, Paul Schockemöhle oder Ulli Kasselmann, Kenner der Zucht und des Sports.  Er ließ sich auch etwas sagen und engagierte Champions wie Johan Heins und Piet Raijmakers sowie Jos Lansink für den Turnierstall, PR-Reiter für das „Z“.

Gefriersamen und Embryotransfers

1980 ging Melchior noch einen Schritt weiter und richtete ein "Stimulierungszentrum" ein. Hengste sprangen bei ihm nicht mehr auf Stuten, sondern auf ein Phantom. Das Sperma wurde von einem Tierarzt in einem Zylinder aufgefangen. Somit konnten mehrere Stuten gleichzeitig besamt werden, Ammen trugen die Nachkommen aus. Mit der Entwicklung von künstlicher Besamung und dem Einfrieren von Sperma ging Melchior erneut eigene Wege, was damals eine Revolution in der Pferdewelt auslöste. Erstmals in Europa wurde mit Embryotransfers experimentiert und man versuchte, Sperma zu trennen, um männliche oder weibliche Nachkommen zu garantieren. Befruchtung per Endoskopie wurde ebenfalls eingeführt.

1992 erfolgte der endgültige Durchbruch. Melchior gründete sein eigenes Stutbuch, das Studbook Zangersheide. Inzwischen stehen auch Klon-Pferde in den Boxen von Zangersheide, Hengste und Stuten.

 

Das Erbe von Zangersheide wird nun in Zukunft Leons Tochter Judy-Ann weiterführen und verwalten, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Christian Ahlmann.

 

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