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Para-Olympia in Rio ohne Hanne Brenner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: FN-Pressestelle/ Hanne Brenner/DL   
Dienstag, 30. August 2016 um 12:45

 

Hannoveraner Wallach Kawango (genannt "Kiwi"), Hanne Brenner und deren Lebensgefährtin Dorte Christensen - durch Verletzung des Pferdes kein Olympiastart in Rio

(Foto: privat)

Warendorf. Die Austauschwelle in den deutschen Championatsteams reißt nicht ab. Nun hat es Hannelore Brenner (Wachenheim) getroffen.

 

 

Hannelore Brenner („Hanne“) Brenner, die aktuell erfolgreichste deutsche Para-Dressurreiterin und zweifache Goldmedaillengewinnerin von 2012, muss kurzfristig auf ihren Einsatz bei Paralympics in Rio (7. bis 18. September) verzichten, da sich ihr Trakehner Wallach Kawango verletzt hat. An ihrer Stelle rückt Claudia Schmidt (Darmstadt) mit Romeo Royal nach, sofern die Bestätigung durch den Deutschen Behindertensportverband (DBS) erfolgt ist.

 

Grund für Brenners erzwungener Verzicht ist ein Bluterguss am Vorderbein von Kawango. „Es ist nichts wirklich Schlimmes, aber er muss die nächsten zwei Wochen geschont werden. Er wird sich wohl in der Box selbst mit dem Huf ans Bein geschlagen haben, was z.B. beim Wälzen durchaus mal passieren kann“, sagt die 14-malige Deutsche Meisterin, für die Rio die fünften Paralympischen Spiele gewesen wären. „Mit so etwas rechnet man einfach nicht, und dann geht es doch schneller, als man denkt“, so Brenner enttäuscht. „Aber das Wohl von Kiwi steht über allem, das heißt, uns ist es am wichtigsten, dass er sich richtig auskuriert und keine Folgeschäden davon trägt! Insofern gab es keine Alternative zu der Entscheidung, nicht zu fahren.“ Dabei hatte die erfolgreiche Para-Dressurreiterin, die seit ihren ersten Weltmeisterschaften 1999 in Dänemark 17 goldene, 17 silberne und vier bronzene Medaille bei Championaten gewonnen hat, ihre Koffer bereits gepackt. Morgen sollte es zum Abschlusstraining auf das Gelände des Pferdesport- und Reittherapie Zentrums (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung nach Frechen-Buschbell gehen. Von dort wird die deutsche Para-Mannschaft am 1. September offiziell in Richtung Rio verabschiedet.

 

Für Claudia Schmidt ist es der erste Einsatz bei einem Championat. „Ich war schon ein bisschen geschockt, als ich das gehört habe. Es tut mir sehr leid für Hanne“, sagt sie. Claudia Schmidt ist seit einem Reitunfall vor zwölf Jahren einseitig querschnittgelähmt, seit zehn Jahren ist sie in der Para-Dressur aktiv, war mehrfach Bronzemedaillengewinnerin bei Deutschen Meisterschaften und zuletzt zweimal Vizemeisterin. Mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner Wallach Romeo Royal von Royal Diamond – Glueckspilz ist sie im Regelsport bis zur Klasse M** erfolgreich.

 

Mit dem Ausfall von Hannelore Brenner ist Steffen Zeibig (Arnsdorf) mit Feel Good der einzige deutsche Reiter mit Paralympics-Erfahrung im Team. Er startet wie Claudia Schmidt in Grade II. Ferner reisen Elke Philipp (Treuchtlingen) mit Regaliz (Grade Ia) und Alina Rosenberg (Konstanz) mit Nea’s Daboun (Grade Ib) nach Rio sowie Carolin Schnarre (Osnabrück) mit Del Rusch (Grade IV). Auch sie war zunächst Reservistin, erhielt aber kurzfristig noch einen frei werdenden Startplatz. Am 4. September fliegen die Reiter zusammen mit Equipechefin Britta Bando (Hamburg), Bundestrainer Bernhard Fliegl (Schöneck) und Tierärztin Bernadette Unkrüer (Telgte) nach Rio. Die Pferde folgen einen Tag später.

 

Für Hanne Brenner und ihr Team ist alles schmerzvoll, sie sagt dazu:

 

„Jetzt heißt es für uns, dass wir irgendwie damit klar kommen müssen! Wir müssen erst einmal realisieren, dass wir nicht fahren werden, und das tut verdammt weh! Aber wir glauben, dass auch ohne uns eine fantastische Mannschaft in Rio an den Start gehen wird und drücken allen von Herzen die Daumen! Vor allem Claudia Schmidt, die nun die Reise nach Rio antreten wird! Sie wird mit ihrem Romeo Royal das Team super unterstützen können!

Wir möchten der Teamleitung Britta Bando, Bernhard Fliegl und Dr. Bernadette Unkrueer danken, dass sie uns auf dem ganzen Weg in Richtung Rio so super begleitet haben, uns ihr Vertrauen geschenkt haben und auch jetzt mit uns traurig sind! Und wir sind sehr froh, dass so viele Menschen in unserem Umfeld an uns geglaubt haben und uns mit ihren Wünschen und Nachrichten immer wieder den Rücken gestärkt haben. Bitte bleibt uns auch weiter treu!

Und ganz zum Schluss möchten wir Dr. Kai Kreling danke sagen dafür, dass er immer Zeit für uns hat, obwohl er fast rund um die Uhr im Einsatz ist! Seine fachlich kompetente und menschliche Art hat uns sehr geholfen!“

 

 

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