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Eine Idee geht um die Welt - "German Friendships" auf den Bexter-Höfen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Montag, 07. August 2017 um 20:58

Herford. Alles begann bei einem Nachwuchsturnier 1997 in Puerto Rico – daraus entstanden die German Friendships auf den Bexterhöfen in Herford, ein inzwischen erdumspannendes Ereignis für jugendliche Springreiter – ohne Beispiel.

 

 

Frank Rothenberger aus Bünde, weltbekannter Parcoursbauer, war als Hindernischef 1997 nach Puerto Rico eingeladen, „zu einem Ponyturnier  für jugendliche Springreiter zwischen 13 und 15 Jahren aus Südamerika“, wie er sagt. Aus Deutschland waren Armin Schäfer und Daniel Dassler dabei, sie ritten Ponys, die von anderen Teilnehmern zur Verfügung gestellt wurden. „Und da kam mir die Idee, warum so etwas nicht auch in Deutschland probieren“, sagt der Segel-Fan. Doch zuhause rannte er keine offenen Türen ein.  Er klopfte zunächst beim damaligen Nachwuchs-Bundestrainer Fritz Ligges an. Doch der Team-Olympiasiger von München 1972 fand die Idee eher dämlich, und Ullrich Kasselmann hielt dagegen, er habe schon mit einem Childrenturnier eigene Vorstellungen. „So ging ich zu meinem Nachbarn Uli Meyer zu Hexten“, aber auch der habe nicht sofort Hurra geschrien, „erst als ich ihm erzählte, welche Möglichkeiten sich eröffneten mit neuen Kontakten, die auch dem Pferdehandel  ganz neue Möglichkeiten böten“, da sei auch der deutsche Nationen-Preis-Reiter in sich gegangen. Die Schwierigkeiten lagen darin, „dass eben jeder deutsche Teilnehmer auch ein Pferd für einen Gast mitzubringen hat“.

 

Es musste für die Veranstaltung ein Titel gefunden werden, gängig, international, verständlich für jedermann, und Deutschland sollte auch enthalten sein. Frank Rothenberger kam auf „German Friendships“, daraus wurde „Friendships, not Championsships“. Der Titel ist geschützt.

 

1999 war der Anfang auf den Bexter Höfen in Herford, von Beginn an war Ursula von der Leyen als selbst begeisterte Reiterin dabei. Sie übernahm für 2017 die Schirmherrschaft, die Verteidigungsministerin konnte jedoch nicht kommen, weil sie zur Trauerfeier für zwei in Mali beim Absturz eines Hubschraubers ums Leben gekommenen Soldaten musste. Es sind große Namen, die sich bisher als Schirmherrn zur Verfügung stellten, die frühere FEI-Präsidentin Haya Bint Al Hussein aus Jordanien, der große Hans Günter Winkler, Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

Seit der Premiere trifft man sich alle zwei Jahre in Herford auf einem wunderbaren Terrain von der Größe wie der CHIO von Deutschland in Aachen, diesmal zum zehnten Mal. Vor wenigen Tagen kamen zur Veranstalter nicht weniger als 140 junge Menschen aus 30 Ländern, zu Sport, Kennenlernen und Freundschaften, die bei vielen auf Lebenszeit dauern könnten.

 

Über Geld spricht man nicht. Was die Veranstaltung verschlingt - ein Tabuthema. Eltern, die ihre Kinder nach Deutschland zu den German Freiendships einschweben lassen, gehören kaum zu den Armen ihrer Länder. Was kein Vorwurf ist. Die Kosten des Treffens zum Beispiel 2017 trugen über 40 Sponsoren, im Programmheft wird eigens der Familie Ron Southern und deren Tochter Nancy Asselin-Southern gedankt. Nancy Asselin-Southern, die Chefin des Imperiums ATCO (7.000 Mitarbeiter) als Nachfolgerin ihres mächtigen Vaters Ron Southern in Calgary, hatte immer schon freundschaftliche Bande nach Herford. Sohn Ben (23), der inzwischen oft bei Ludger Beerbaum trainiert, war auch als Jugendlicher mal vor Jahren einer von vielen, die bei den German Friendships ritten – und seither die Freundschaft zu den Bexter-Höfen pflegt und hegt…

 

Von Vater Uli (68) hat Sohn Lars Meyer zu Bexten (43) die Leitung der Veranstaltung übernommen. Er war selbst Springreiter, dann Bundestrainer für den Nachwuchs, er hat 150 Helfer, sie stehen von morgens bis abends parat, Essen und Trinken frei, „wir machen es gerne“, sagt Michael Brautmeier aus Delbrück, selbst Reiter mit einem Ausbildungsstall. Es ist diese Gemeinschaft, die sie alle reizt und auch zusammenhält. Wo auch treten so große Springreiter für lau als Trainer auf, wie zum Beispiel Karsten Huck, der ewig jugendliche Franke Sloothaak, Markus Beerbaum, Lars Nieberg oder der Ire Bertram Allen, der davor in Aachen startete, dann nach Herford kam, wieder zurück nach Hünxe an seinen deutschen Heimatort fuhr und am nächsten Tag nach Berlin zur Global Champions Tour reiste. Er sagt: „Ich habe Spaß daran, meinen kommenden Kollegen etwas zu sagen, man kann doch von jenen nur profitieren, die schon weiter sind und dann noch freiwillig und gerne ihr Wissen und Können weitergeben…“

 

Der Zuspruch zu diesen „German Friendships“ steigert sich. In diesem Jahr mussten, so Lars Meyer zu Bexten, “300 Anfragen abschlägig beschieden werden“. Die aus Puerto Rico von Frank Rothenberger importierte Idee wurde zu einem Erfolgserlebnis von internationaler Tragweite, Uli Meyer zu Bexten wurde 2009 dafür mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt…