"Herzlichen Glückwunsch Landgestüt..." Drucken
Geschrieben von: Stephanie Schoppmeier/ dl   
Samstag, 07. März 2026 um 13:19

Warendorf. Das Landgestüt von Nordhein-Westfalen mit Sitz in Warendorf wird in diesem Jahr 200 Jahre alt, sicher ein Grund, sich wieder einmal öffentlich darzustellen. Doch dem scheint nicht so zu sein, wie Stephanie Schoppmeier in einem Kommentar meint…

In diesem Jahr feiert das NRW Landgestüt Warendorf sein 200-Jähriges Jubiläum. Zwei Jahrhunderte Tradition, ein geschichtsträchtiges Gemäuer – und die unbestrittene Wiege der Pferdezucht in Westfalen.

Gerade einmal rund 500 Meter Luftlinie entfernt liegt der Reitverein Warendorf. Über Jahrzehnte hinweg bestand zwischen beiden Einrichtungen eine enge, gewachsene Verbindung. Zahlreiche Gestüter engagieren sich im Reitverein, und immer wieder haben Top-Ausbilder des Landgestüts dem Verein ihr Wissen und ihre Arbeit zur Verfügung gestellt. Kurz gesagt: Man gehörte zusammen.

Umso erstaunlicher – oder vielleicht eher befremdlich – wirkt eine aktuelle Idee aus der Führung des Reitvereins. Ausgerechnet vor den Toren des Landgestüts soll nun die Verbands-Hengstschau des Holsteiner Verbandes stattfinden. In dem Jahr, in dem das Landgestüt sein 200-jähriges Bestehen feiert. Feingefühl sieht anders aus. Vielleicht wird das Ganze ja sogar live auf ClipMyHorse.TV übertragen – dem neuen Arbeitgeber von Georg Ettwig, der mal beim deutschen Verband in einer Führungsposition arbeitete. Die Bühne wäre jedenfalls bereitet.

Die Situation wirkt umso grotesker, wenn man bedenkt, dass die Stadt Warendorf dem Reitverein zuletzt massiv geholfen hat, als es um den dringend notwendigen Standortwechsel ging. Noch vor kurzer Zeit wurde Fritz Otto Erley, ehemaliger FN-Mitarbeiter und auch in die Geschicke des Vereins eingebunden, zum "Pferdebotschafter" der Stadt Warendorf ernannt. Als „Dank“ dafür scheint man nun eine Veranstaltung zu platzieren, die symbolisch kaum deutlicher hätte gewählt werden können. Der Bürgermeister dürfte angesichts dieser Konstellation vermutlich Purzelbäume schlagen – allerdings wohl nicht vor Freude. Währenddessen liegt die Holsteiner Pferdezucht am Boden. Vielleicht also ein letzter Versuch, in fremden Gefilden zu wildern. Die Verbandshengste gehören den Holsteiner Züchtern ! Die dürften wenig erfreut sein, wenn ihre letzten Zuchtpatente an Westfälische Züchter gehen.

Das NRW-Landgestüt dagegen wurde über die letzten Jahre hinweg, durch die Arbeit von Dr. Felix Austermann und seine Investitionen, in eine zukunftsorientierte Auswahl an Springhengsten sehr gut aufgebaut und aufgestellt. Die Resultate sind unübersehbar: der amtierende Bundeschampion ist im Landgestüt beheimatet, und die Springhengste kehren Woche für Woche mit hohen 8er- und 9er-Noten aus den Prüfungen zurück.

Umso irritierender wirkt es, wenn man in Warendorf ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Landgestüts meint, ein solches Zeichen setzen zu müssen. Manche Entscheidungen sind schwer zu verstehen – andere wirken schlicht wie eine Provokation. Vielleicht ist es aber auch keine wirkliche Überraschung, wenn man bedenkt, dass Ettwig an der aktuellen Lage der FN nicht ganz unbeteiligt ist...

 

 

 

 

 

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