WDR-Reporter Dietmar Schott gestorben Drucken
Geschrieben von: Christoph Fischer/ dl   
Mittwoch, 13. Mai 2026 um 12:32

Bonn. Im Alter von 88 Jahren starb in einem Pflegeheim der bekannte WDR-Radio-Reporter Dietmar Schott. Seine sportliche Liebe gehörte dem Basketball und dem Trabrennsport.

 

 

 

Sein Gesicht war lebenslang ein Lächeln. Wenn man sich sah, da war immer dieses Lächeln. Und sein Interesse am Gegenüber. Dietmar Schott war ein Rheinländer und ein ernsthafter Mensch, das funktioniert wirklich, einer, der für den Sport lebte. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts spielt er, 1,92 Meter hoch, für den ASV Köln. Als Saturn Köln vier deutsche Meisterschaften gewann und drei deutsche Pokale, war er an der Seite von Mäzen Fritz Waffenschmidt, Basketball war sein Leben. Aber doch nur eines von vielen.

Mit Beate, einer Kollegin, war er 47 Jahre verheiratet, ihre gemeinsame Heimat blieb immer der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Köln. Als Dietmar Schott 1988 als Nachfolger von Kurt Brumme WDR-Sportchef wurde, gehörte er bald zu einer der „wichtigsten Stimmen des Landes“, wie WDR-Intendantin Katrin Vernau treffend sagt. Über 2000 Sendungen moderierte er in über 40 Jahren. „Sport und Musik“ im WDR, das war Dietmar Schott. Und wenn man ihn traf, interessierte er sich immer vorwiegend für das andere Metier, gerne für die schreibenden Journalisten. „Wo wären wir ohne euch“, pflegte er zu sagen, wenn es um den Sport-Informations-Dienst (sid) ging. Dabei war - vor allem – er immer das Lexikon. Dietmar Schott wusste sehr viel. Nicht nur vom Sport – auch vom Jazz.
Wenn Dietmar Schott ins Mikrofon sprach, fühlten wir uns Zuhause – und im Stadion. Großartig. Er zählte zur Familie, von 1962 bis 2002 im WDR. „Sport und Musik“ war Pflicht, wenn man nicht selbst um Punkte spielte oder später selbst davon berichtete. Basketball, Fußball – aber doch vor allem auch die Pferde. Er baute in Lohmar 1974 das Traber-Gestüt Höhnchen auf. Er saß selbst im Sulky, 14 Siege. Und wenn „Sport und Musik“ angepfiffen wurde, Pferde gehörten meist auch zur Sendung. Dietmar Schott legte Wert darauf, dass auch der Pferdesport in der großartigen und herausragenden Hörfunksendung über Sport seinen Platz besaß.
Über 30 Mal meldete sich Schott vom wichtigsten Traber-Rennen der Welt, dem „Prix d’Amerique“ in Paris-Vincennes, 25 Mal vom Deutschen Traber-Derby in Berlin, er berichtete von elf Olympischen Spielen, aber das sind nur Zahlen. Er lebte für den Sport – und seine Akteure, Jockey Peter Remmert war einer seiner Freunde, Fußballer Willi „Ente“ Lippens ein anderer. Legendär: „Ich danke Sie!“ sagte Lippens beim Spiel von Rot-Weiß Essen bei Westfalia Herne irgendwann in den 60ern zum Schiedsrichter, nachdem der ihn mit den Worten: „Ich verwarne Ihnen“, ermahnt hatte – und wegen dieser treffenden Erwiderung vom Platz flog. Über seinen Freund Lippens veröffentlichte Schott 2008 ein Buch. Sport war sein Leben, geboren in Köln, aufgewachsen in Hamburg, glühender Fan und Ehrenmitglied des Hamburger SV, 1962 kehrte er nach Köln zurück, zum WDR.

Dietmar Schott ging es nach einem Sturz zuletzt nicht mehr gut, aber der Wiederaufstieg des HSV in die Fußball-Bundesliga, nach Jahren in der 2. Liga, muss ihn glücklich gemacht haben. Aktuell Klassenerhalt geschafft, sicher hat er im Pflegeheim in Aegidienberg die eine oder andere Träne verdrückt. Dietmar Schott konnte sich freuen – am Sport und am Leben. Seines währte 88 Jahre lang bis zum Sonntagabend, 10.Mai. Und es war ein gutes, erfülltes und glückliches Leben. „Dietmar war ein geschätzter, ein großartiger Kollege, alte Schule“, sagt Heribert Faßbender. Oft sagt Faßbender so etwas nicht.

 

 

 

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