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Report Weltmeisterschaften in Aachen 26 veröffentlicht - Antworten auf Fragen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Viktoria Auracher/ dl   
Montag, 28. September 2026 um 17:38

Stuttgart. An diesem 28. September 2026 veröffentlichte R-haltenswert den BeEQC-Report zum ersten Praxiseinsatz während der Weltmeisterschaften in Aachen 2026. Bei BeEQC handelt es sich um eine Beteiligungs-App, mit deren Hilfe die Wahrnehmung der Weltmeisterschaften in Aachen untersucht wurde. Mit BeEQC sollte nicht bewertet werden, ob der Pferdesport in Aachen „gut“ oder „schlecht“ war.

Gestellt war die Frage: Was sehen Menschen eigentlich, wenn sie Pferdesport sehen – und unterscheiden sich diese Wahrnehmungen zwischen Community, Fachpersonen und Expertinnen und Experten?

Aachen war dabei ausdrücklich ein erster Praxistest unter realen Veranstaltungsbedingungen – keine wissenschaftliche Studie, keine neue Richterinstanz und keine abschließende Bewertung der Weltmeisterschaften. Der Einsatz hat jedoch gezeigt, dass sich Wahrnehmungen strukturiert erfassen und wiederkehrende Muster sichtbar machen lassen.

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, sämtliche Ergebnisse in Form von Prozentwerten, Rankings oder zugespitzten Einzelbefunden zu veröffentlichen. Nicht, weil es an Ergebnissen fehlt, sondern weil Zahlen ohne ihren Kontext Debatten schnell weiter anheizen können.

Unser Ziel ist nicht, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.

Unser Ziel ist, besser zu verstehen:

Wo lohnt es sich, genauer hinzusehen? Welche Fragen sollten fachlich weiter geprüft werden? Und was lässt sich daraus für die Entwicklung des Pferdesports ableiten?

Ein Beispiel zeigt, warum diese Einordnung wichtig ist: In der Dressur wurden rund 66 Prozent der zum Kriterium Kopf-Hals-Position abgegebenen Beobachtungen kritisch eingeordnet. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass 66 Prozent der beobachteten Pferde als problematisch einzustufen wären. BeEQC erfasst Beobachtungen und Wahrnehmungen – keine Prävalenz und keine veterinärmedizinische oder fachliche Diagnose.

Auch insgesamt ergibt sich ein differenziertes Bild. Die Vielseitigkeit wurde besonders positiv wahrgenommen; bemerkenswert ist dabei gerade die Dressur innerhalb der Vielseitigkeit. Losgelassenheit sowie sichtbare Konfliktzeichen gehörten insbesondere in Dressur und Springen zu wiederkehrenden Themen. Gleichzeitig wurden vergleichsweise wenige Situationen als deutliche Überforderung eingeordnet.

Für Fahren, Para-Dressur und Voltigieren war die Datengrundlage aus diesem ersten Einsatz kleiner. Deshalb möchten wir daraus keine weitreichenden Aussagen ableiten. Der erkennbare Trend war eher positiv – für belastbarere Aussagen braucht es jedoch weitere Daten.

Für uns ist Aachen deshalb vor allem ein Ausgangspunkt.

Gerade mit Blick auf die deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in München wird die Frage gesellschaftlicher Akzeptanz des Sports noch konkreter. Pferdesport möchte Teil dieser Zukunft sein. Dafür reicht es nicht, intern von der eigenen Praxis überzeugt zu sein. Verantwortungsvolles Handeln muss auch nach außen sichtbar, nachvollziehbar und glaubwürdig sein.

BeEQC soll deshalb künftig nicht nur bei Veranstaltungen eingesetzt werden. Denkbar sind unter anderem Befragungen und Wahrnehmungsanalysen zu neuen Regeln, Blood-Rule-Anpassungen, Schlaufzügeln, Gebissen, Nasenriemen, Jungpferdeprüfungen, Stewarding, Kontrollsystemen oder öffentlich kontrovers diskutierten Videos. Der Report beschreibt diese Weiterentwicklung ausdrücklich als Möglichkeit für wiederkehrende Erhebungen und ein langfristiges Wahrnehmungsmonitoring.

Weitere Ergebnisse und Beobachtungen aus Aachen werden wir in einer neuen Podcastfolge von „R-haltenswert im Gespräch“ gemeinsam mit André Hascher fachlich einordnen.

Den vollständigen BeEQC-Report finden Sie ab heute auf unserer Website:
https://www.r-haltenswert.de/news
https://www.youtube.com/watch?v=GIi73Tg41MQ

Für Rückfragen, Hintergrundgespräche oder weitere Informationen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

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Today we are publishing the BeEQC Report on its first practical application during the 2026 World Championships in Aachen.

With BeEQC, our aim was not to judge whether equestrian sport in Aachen was “good” or “bad”. We were interested in a different question:

What do people actually see when they watch equestrian sport – and do these perceptions differ between the community, professionals and experts?

Aachen was explicitly a first practical test under real event conditions – not a scientific study, not a new judging body, and not a final assessment of the World Championships. The application did, however, show that perceptions can be captured in a structured way and that recurring patterns can be identified.

We deliberately decided not to publish all results in the form of percentages, rankings or sharply framed individual findings. Not because there are no results, but because figures taken out of context can quickly intensify already heated debates.

Our aim is not to add more fuel to the fire.

Our aim is to understand more clearly:

Where is it worth looking more closely? Which questions should be examined further from a professional perspective? And what can we learn from this for the future development of equestrian sport?

One example shows why this distinction matters: in dressage, around 66 percent of the observations submitted for the head-and-neck position criterion were classified as critical. This expressly does not mean that 66 percent of the horses observed were considered problematic. BeEQC captures observations and perceptions – not prevalence, and not veterinary or professional diagnoses.

Overall, the picture is also more differentiated than individual figures may suggest. Eventing was perceived particularly positively; the dressage phase within eventing was especially noteworthy in this respect. Relaxation and visible conflict behaviours were recurring themes, particularly in dressage and jumping. At the same time, comparatively few situations were classified as clear overload.

For driving, para dressage and vaulting, the data basis from this first application was smaller. We therefore do not want to draw far-reaching conclusions from these disciplines. The emerging trend was rather positive, but more data are needed for more robust statements.

For us, Aachen is therefore above all a starting point.

Especially in view of Germany’s bid for future Olympic and Paralympic Games in Munich, the question of social acceptance of equestrian sport is becoming increasingly concrete. Equestrian sport wants to be part of that future. For this, it is not enough to be internally convinced that current practices are right. Responsible action must also be visible, understandable and credible to the outside world.

BeEQC is therefore intended to be used not only at events in the future. Possible applications include surveys and perception analyses on new rules, Blood Rule adjustments, draw reins, bits, nosebands, young-horse competitions, stewarding, control systems or publicly debated videos. The report explicitly describes this further development as a basis for repeated surveys and long-term perception monitoring.

Further results and observations from Aachen will be discussed and professionally contextualised in a new episode of “R-haltenswert im Gespräch” together with André Hascher.

The full BeEQC Report is available from today on our website:
https://www.r-haltenswert.de/news
https://www.youtube.com/watch?v=GIi73Tg41MQ

For questions, background discussions or further information, please feel free to contact us.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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