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Das Wort zum Sonntag... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Johan Grooten/ dl   
Sonntag, 15. März 2026 um 13:35

In letzter Zeit hat sich viel getan, sowohl im sportlichen Bereich mit interessanten Meisterschaften und anderen Turnieren als auch bei den neuen Initiativen, die sich mit der aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Stellung von Pferden und dem Reitsport auseinandersetzen. Dazu die Gedanken des Ni9ederländers Johan Grooten.

Es sieht so aus, als stünden die zukünftige Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz des Reitsports auf dem Spiel. Daher ist es meiner Ansicht nach nicht nur sinnvoll, sondern sogar notwendig, dieses Thema weiterhin proaktiv anzugehen. Die wichtigste Frage ist wie Außenstehende dies sehen und wie realistisch diese Perspektive ist. Aber auch: Findet innerhalb der Reitsportwelt ausreichend Selbstreflexion statt, und reagieren die Insider wirklich ernsthaft auf das was von außen auf sie einwirkt? Nicht zweitrangig, sondern als zweiter wichtiger Faktor: bin ich mir dessen bewusst, wie verantwortungsvoll ich in der Welt des Pferdes aktiv bin, in welcher Funktion auch immer, und ganz grundlegend, wie ich mich zum Pferd selbst verhalte.

Die Projekte „R-Haltenswert“ von Viktoria Auracher, “Vielfalt Pferd” und “Pferdesport Deutschland” der FN sind meiner Meinung nach interessante und an sich starke Initiativen, die jedoch nur dann erfolgreich sein werden, wenn sie breite Unterstützung finden. Es besteht die Gefahr, dass einiges auf akademischer Ebene stattfindet und nicht in die alltägliche Praxis Einzug hält. Aus meiner Sicht ist es schwierig einzuschätzen, wie sich dies in der Zukunft äußert.

Vor einiger Zeit hat die erste Aktionswoche von „Vielfalt Pferd“ stattgefunden. Auch dies ist ein hervorragendes Konzept mit vielen konkreten Aktivitäten. Die Zahl der Besucher/Teilnehmer und Interessierten ist sehr ermutigend und wird die Begeisterung der Initiatoren nur noch verstärken. Mich würde interessieren, wie das Zahlenverhältnis zwischen echten Kennern, also Pferde- und Reitsportinteressierten, einerseits und jenen, für die alles neu ist oder die eine andere Perspektive auf unseren bisherigen Umgang mit Pferden haben, andererseits war. Das Wichtigste ist natürlich, dass alle Disziplinen und Interessengruppen bereit sind, offen und konstruktiv miteinander zu kommunizieren, um realistische und zukunftsfähige Richtlinien und Vereinbarungen zu erarbeiten. Dies gilt sowohl für alle, die in der Welt der Pferde und des Reitsports aktiv sind, in welcher Funktion auch immer, als auch für diejenigen, die – basierend auf unterschiedlichen Perspektiven und Kriterien – die Stellung und Zukunft des Pferdes in unserer Gesellschaft kritisch betrachten. Da es sich um einen konstruktiven und transparenten Prozess handeln soll, stellt sich die Frage: Wie werden die Beteiligten in dieser Angelegenheit einen Konsens erzielen, wie sieht der angestrebte Zeitplan aus und wie kann die Koordination auf akzeptable Weise gestaltet werden?

Eine weitere Frage, die zum jetzigen Zeitpunkt aber wohl noch zu früh zu beantworten ist, lautet: Wie umfassend und tiefgründig sollten und wollen wir uns der Stellung des Pferdes in der zukünftigen Gesellschaft nähern? Konkret in diesem Kontext:

• Lohnt es sich, die Zusammenarbeit mit ähnlichen Initiativen aus anderen Ländern zu suchen? Oder ist es dafür noch zu früh?

In meiner Heimat Niederlande erlebe ich derzeit eine zweigeteilte Situation. Einerseits hat der nationale Reitverband (KNHS) unter anderem acht sogenannte „Versprechen an das Pferd“ formuliert und einen Verhaltenskodex in Bezug auf Pferde eingeführt. Andererseits haben Tierschutzorganisationen ihre eigenen Vorstellungen von der Rolle des Pferdes in unserer Gesellschaft und kritisieren daher unregelmäßig, was sie im Reitsport sehen und erleben. Ein echter, konstruktiver Dialog mit dem Ziel eines Konsenses findet bei uns entweder nicht statt oder ist derzeit nicht gegeben.

• Besteht ein ernsthafter und konstruktiver Kontakt zu den offiziellen Organisationen im Reitsport, z. B. den nationalen Verbänden (FN), der FEI und den Reiterverbänden (IJRC, IDRC, ERA)?

• Sollten wir auch die Stellung des Pferdes und seine Behandlung in Ländern berücksichtigen, in denen es primär als Transportmittel und Zugtier genutzt und betrachtet wird? Kein Pferdeliebhaber würde die Pferde und Esel in Entwicklungsländern um ihr Leben beneiden.

Mir persönlich fällt es oft schwer, das Thema „Pferdewohl“ in Gesprächen anzusprechen. Rational betrachtet ist der Austausch von Perspektiven und Ansichten zum Umgang mit Pferden der logische Weg. Wenn mein Gegenüber ernsthaft und konstruktiv ist, führt das meist zu gegenseitigem Verständnis und oft sogar zu einem Konsens. Emotional gesehen neige ich jedoch dazu, wie viele von Ihnen verstehen werden, meinen Gesprächspartner regelmäßig mit praktischer Erfahrung zu überzeugen. Wenn die grundlegende Frage auftaucht: Hat ein Pferd Freude am Sport oder wird es systematisch gezwungen? So verweise ich meist auf den Großen Preis von Aachen auf deDenken Sie beispielsweise an Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Lambrascos Stechen beim Großen Preis von Aachen 2011 zum Abschluss des Internationalen Offiziellen Turniers von Deutschland vor rund 40.000 Zuschauern. Es war unübersehbar, wie sehr ihr Pferd  Lambrasco bereit war, sein Bestes für sie zu geben und wie sehr er selbst seinen Auftritt genoss.

Der Punkt ist nur dabei: Ein Insider, und fast jeder, der sich für den Reitsport interessiert, sieht und spürt dies aufgrund seines Wissens, seiner Einsicht, seiner Erfahrung und seiner Intuition. Doch: Der Laie oder jemand mit einer anderen Denkweise, verfügt nicht über „die gleichen Augen und Gefühle“. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir in diesem grundlegenden Punkt eine Einigung erzielen können. Vorausgesetzt, es herrschen Vertrauen und Respekt zwischen den Gesprächspartnern.

Es ist unerlässlich, dass die Funktionsträger in der Welt des Pferdes und des Reitsports nicht aus ihrer Autoritätsposition heraus denken und handeln, und dass die Initiatoren und Gesprächspartner der erwähnten Initiativen und Tierschutzorganisationen die Bereitschaft zeigen, sich in die aktuelle Lebenswelt der Pferde hineinzuversetzen, wie auch immer sie sich zeigt.

Sich in andere hineinzuversetzen, ermöglicht neue und oft bessere Einsichten. Vermeiden wir einen Kompetenzkampf. Bitte ! Ich freue mich auf Mitteilungen, die konkret belegen, dass ein dauerhafter Dialog und eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen zu diesem Thema eingeleitet wurden. Ich hoffe und erwarte außerdem, dass die ergriffenen Initiativen zu einem Ergebnis führen und zwar nachhaltig, auf das alle stolz sein können und das im Interesse aller Pferde und, wenn möglich, auch anderer Tiere auf unserer Welt.

                                         ******************************** 

Manche Leser dieses Artikels mögen sich fragen, warum sich ein Niederländer mit diesen Themen im deutschen Reitsport auseinandersetzt. Die Antwort ist einfach: Seit Jahrzehnten interessiere ich mich nicht nur für das Geschehen in den Niederlanden, sondern weltweit. Da ich nahe der deutschen Grenze lebe, ist mein Interesse an den Vorgängen in Deutschland überdurchschnittlich groß. Daher fühle ich mich der deutschen Pferdewelt emotional verbunden.

 

 

 

 

 


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