







| Michael Jung Erster - Deutschland Zweiter bei Vielseitigkeits-WM in Aachen |
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| Geschrieben von: offz/ dl |
| Samstag, 15. August 2026 um 16:41 |
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Michael Jung und sein Hannoveraner Wallach fischerchipmunk FRH in einem Meer von Menschen am Geländetag in Aachen (Foto: Stefan Lafrentz) Aachen. Titelverteidiger Deutschland liegt vor dem abschließenden Springen in der Vielseitigkeit-Weltmeisterschaft in Aachen knapp hinter Großbritannien. In der Einzelwertung führt Michael Jung (Horb). Mit seinem 18-jährigen Hannoveraner Wallach fischerChipmunk FRH ging Michael Jung als Schlussreiter für das deutsche Team an den Start vor rund 40.000 Zuschauern - und kam ohne Zeit- und Hindernisfehler ins Ziel. Damit setzte sich der Weltmeister von Lexington 2010 an die erste Position des Starterfeldes und trug dazu bei, dass die deutsche Mannschaft weiterhin auf Medaillenkurs bleibt. Auf Platz eins liegen nach der Dressur Geländeritt die Briten, auch wenn diese am Sonntag nur noch zu dritt an den Start gehen können. „Fantastisch! Alle fünf deutschen Reiter gut im Ziel, das ist eine großartige Leistung“, freute sich Equipechefin Dr. Annette Wyrwoll, ehemals selbst internationale Vielseitigkeitsreiterin. Der rund 5.600 Meter lange Kurs mit seinen 28 Hindernissen und zahlreichen Alternativen forderte Reiter und Pferde auch mental einiges ab. Knapp ein Viertel der Paare beendete die Strecke nicht, etliche der 16 Mannschaften starten im Springen nur noch zu dritt. So auch die führenden Briten, deren Startreiterin Gemma Stevens bereits an Hindernis 8, dem Coffin, nach Verweigerungen ausschied. Ihre drei Teamkollegen, das komplette Goldteam von Paris, konnten im Gelände ihre Führung aus der Dressur allerdings behaupten. In der Einzelwertung übernahm Michael Jung mit fischerChipmunk FRH dank einer Nullrunde mit nur 23,0 Minuspunkten die Spitzenposition, die zuvor noch Julia Krajewski innegehabt hatte. Insgesamt gab es nur sechs Paare, die den Kurs in der erlaubten Zeit bewältigten. Zu ihnen zählte auch der deutsche Einzelreiter Christoph Wahler, der damit im Ranking bis auf Platz fünf vorrückte: 29,4 Minuspunkte lautet sein Zwischenstand. Die drei Mannschaftsreiterinnen ordnen sich nach dem Gelände auf den Plätzen 11 (Malin Hansen-Hotopp und Carlitos Quidditch K), 20 (Julia Krajewski und Uelzeners‘ Nickel) sowie 45 (Libussa Lübbeke und Caramia FRH) ein. Michael Jung und fischerChipmunk FRH wurden im Gelände einmal mehr ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie blieben nicht nur fehlerfrei, sondern gaben am Ende alles, um auch pünktlich ins Ziel zu kommen. Der Plan ging auf: 23,0 Minuspunkte bedeuten den vorläufig ersten Platz in der Einzelwertung. ,Es war nicht so ganz einfach, die Zeit zu timen heute“, sagte Jung hinterher. "FischerChipmunk hat einfach super gekämpft. Ich habe versucht, nicht zu schnell loszureiten am Anfang, sondern so ein bisschen reinzuhören: Wie ist er drauf? Wie galoppiert er? Wie fühlt er sich an? Ihm auch so ein bisschen Zeit geben noch, nicht zu überpacen bis zum ersten Coffin hin. Und dann sind wir immer mehr in den Rhythmus reingekommen. Ich habe nur einmal mich aufrichten müssen, dann war er schon wieder gedanklich bei mir. Das ist gigantisch, dass er einfach immer wieder mehr noch dazulernt, immer noch mehr Routine kriegt. Wir kennen uns immer mehr in- und auswendig und das hilft natürlich am Ende, überall so einen Bruchteil von einer Sekunde zu sparen und auch, dass man am Schluss noch mal so für die Zeit fighten kann. Das ist schon ein unglaubliches Gefühl." „Zur Stimmung an der Strecke sagte er: "Es ist unglaublich, wie viel los ist da draußen, überall an der Strecke. Man merkt es schon in der S-Kurve von Sprung eins auf zwei, da stehen die Leute überall an der Strecke und man wird angefeuert und bejubelt. Das ist wirklich gigantisch und das ist auch letztendlich das Tolle bei so einem Championat." Die erste Nullrunde aus deutscher Sicht lieferte vor dem letzten Mannschaftsblock der deutsche Einzelrieiter Christoph Wahler mit D'Accord FRH ab, er brachte sich mit seinen 29,4 Minuspunkten in eine gute Ausgangsposition in der Einzelwertung. Bis auf einen kleinen Schönheitsfehler wurde D'Accord FRH als gutes und schnelles Geländepferd gerecht, benötigte nur 9:41 Minuten bis ins Ziel. “Das ist unglaublich! Ich hatte hier in Aachen schon gute und auch schon nicht so gute Tage. Und das ist definitiv der beste bisher. D‘Accord ist unfassbar gegangen“ sagte Christoph Wahler. „Ich habe eigentlich die ganze Zeit gedacht: Mensch, das läuft aber wirklich gut. Jetzt konzentrier‘ dich, halt alles zusammen, lass ihn nicht zu sehr gehen. Weil das hat man, glaube ich, auch gesehen, wie frisch er am Ende war“, beschrieb er seinen Ritt. „Dann kam mir vorm letzten Wasser der nächste Starter entgegen. Auf einmal war die Konzentration bei ihm weg und ich habe mich davon auch so ein bisschen ablenken lassen. Hatte dann einen schlechten Einsprung und habe dann gerade noch so die Linie bekommen zum Aussprung. Das hat mich eigentlich geärgert, weil das dem Rest des Kurses nicht gerecht wurde.“ Für die dritte gute Runde des deutschen Vielseitigkeitsteams sorgte Julia Krajewski. Stilistisch schön anzuschauen, mannschaftsdienlich und sicher kamen die Olympiasiegerin von Tokio und ihr Holsteiner Uelzener’s Nickel (v. Numero Uno) ins Ziel. Allerdings kamen einige Zeitfehler zusammen. Mit einem Zwischenstand von 35,6 verliert das Paar allerdings seine Spitzenposition in der Einzelwertung und reiht sich auch hinter ihrer Teamkollegin Malin Hansen-Hotopp ein. "Ich bin mal wieder sehr sehr stolz auf Nickel. Er ist einfach geradeaus, er ist einfach so ehrlich und macht das immer so selbstverständlich", sagte Julia Krajewski nach ihrem Ritt. "Dann sieht es immer ganz leicht aus, ganz so leicht ist es aber nicht. Der Kurs waar wirklich anspruchsvoll. Aber Nickel lässt halt einfach keine Zweifel aufkommen, ob er irgendwo drüber will oder nicht." Über die Zeitfehler sei sie ein bisschen enttäuscht, sagte sie: "fürs Ergebnis, nicht für mein Pferd. Er ist ja kein Vollblüter, nicht das schnellste Rennpferd. Es fällt ihm schwer, irgendwo Zeit gut zu machen, die man natürlich mit den sehr kringeligen Komplexen hier irgendwo liegen lässt. Ich habe versucht, so gleichmäßig wie möglich zu reiten, dass auch genug Kraft im Tank blieb am Ende für die letzte Aufgabe. Ich denke, wir haben fürs Team voll unser Soll erfüllt und daher bin ich da sehr, sehr zufrieden." Wie schon bei den Europameisterschaften in Blenheim übernahmen Libussa Lübbeke und Caramia FRH im Gelände erneut die Rolle der „Pfadfinder“. Sie lösten diese Aufgabe mit Bravour, wählten nur an der letzten Eckenkombination die Alternative. Allerdings mussten sie sich eine sogenannte „Missed Flag“ am Allianz-Wasserkomplex anrechnen lassen, da das dritte Hinderniselement, eine schmale Ecke, nicht ganz korrekt überwunden wurde. „Ich kam sehr, sehr gut rein. Ich hatte sie ein bisschen kürzer reinspringend erwartet“, erklärte Lübbeke „Jetzt war es aber so, dass sie extrem gut reinsprang, so weiterzog und ein bisschen auf die Innenbahn kam.“ Zudem zeigte sich erwartungsgemäß, dass die Zeit eine erhebliche Rolle spielt: Das erste deutsche Paar benötigte 10:32 Minuten; die zu erreichende Optimalzeit betrug 9:50 Minuten. Insgesamt summiert sich Lübbekes Kontostand damit auf 57,1 Minuspunkte. Ihr Fazit: „Es war sehr intensiv. Also das ist ein Kurs, da hast du keine Sekunde Zeit zum einmal Luftholen und Nachdenken, sondern du musst von Anfang bis Ende richtig auf der Spur sein, alles vor Dir haben. Ja, aber es hat riesig viel Spaß gemacht mit den Leuten, die einen anfeuern, das macht schon Freude“, sagte sie. Einzelwertung nach Dressur und Gelände Resultate der Starter im Gelände
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