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Entgegnung auf die GOT-Proteste PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter F. Cronau/ dl   
Donnerstag, 16. April 2026 um 12:23

Wuppertal. In einer gemeinsamen Erklärung protestieren „Pferdesport Deutschland“ (ehemals Deutsche Reiterliche Vereinigung FN), der Deutsche „Hauptverband für Traberzucht e.V.“ und die Föderation „Deutscher Galopp e.V.“ gegen die neue Gebührenordnung für Tierärzte. Bemängelt wird der nicht klar dargelegte Grund der Erhöhung der Honorarsätze. Dazu eine Erwiderung von Tierarzt Dr. Peter F. Cronau:

Ich erlaube mir als praktizierender Tierarzt in über 50 Jahren meine Meinung zu dem von den Verbänden phrasierten Beitrag zu leisten. Wo gibt es das denn, dass beispielsweise in der Humanmedizin die Patienten die Gebührenordnung erstellen oder die Verbraucher beim Consumer die Preise für die Waren ausschreiben ?

Die Erklärung der Verbände habe ich gelesen und sorgfältig studiert. Jeder darf seine Meinung in Deutschland frei sagen. Die Verbände haben sich in einer konzertierten gemeinsamen Aktion (Kartell) sinnbildend geäußert. Diese drei Verbände sind so divers, dass sie sich nicht einmal zu gemeinsamen Dopingregeln einigen können, geschweige denn – gemeinsame Impfvorschriften für Pferde zu etablieren, und jetzt proklamieren sie Einigkeit. Natürlich haben die Berufsverbände der Tierärzteschaft auch eine Meinung. Nach 20 Jahren Stillstand in der Gebührenordnung ist es das gute Recht des Tierarztberufs, Modifikationen an den längst fälligen Anpassungen der Gebührenordnung selber vorzunehmen. Ich verlange allerdings, dass man sich auf Tugenden der Sachlichkeit bezieht und nicht eine computerhafte Darstellung und Abwehr gegen Änderungen vorbringt, oder wollen die Verbände sich aus ihrer Trägheit und der Gefahr, vergessen zu werden, befreien? Was sollen Hinweise wie „Deutschland ist ein Pferdeland“ oder der Hinweis „Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union, das eine bindende Gebührenordnung für tierärztliche Leistungen vorschreibt“ ? Soll das bedeuten, dass die anderen EU-Länder frei nach Schnauze liquidieren ? Was ist diese Aussage für ein Schwachsinn.

Wir Tierärzte leisten täglich Tag und Nacht, also täglich, und auch am Wochenende die im Berufsethos verankerten Vorgaben. Weil die Aufrechterhaltung von tierärztlichen Notdiensten flächendeckend kaum mehr realisierbar ist, weil ein Paket bürokratischer Hürden die Bezahlbarkeit nicht mehr garantiert ! Eine Sportveranstaltung darf gar nicht mehr beginnen, weil die Tierärztliche Bereitschaft nicht vor Ort ist. Versuchen Sie außerhalb der Regelarbeitszeit im Ruhrgebiet ein Tier mit einem Notfall versorgen zu lassen. Als Tierhalter müssen Sie kilometerweit fahren, um ihr krankes Tier behandeln zu lassen. Wir Tierärzte wollen unser eigenes Ding machen. Wie kann es denn sein, dass der Klient die Regeln macht ? Brüllexzesse gehören wohl zum kreativen Prozess der GOT-Gegner.

Die Verbände mit ihren Argumenten hören sich wie wiederkäuende Genickschussexperten gegen die Tierärzteschaft an, was würde passieren, wenn die Frösche das Wasser ablassen würden? Englisches Sprichwort, „when there are my wolves, the sheep dies“. Bedeutet. Die GOT-Gegner folgen Goethes Aussage in „Der Zauberlehrling“: „Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.“.

Damit ist der Sache nicht geholfen. Besonnenheit und eine verantwortungsbewusste Grundhaltung eines Einzelnen oder einer Gruppe stehen im Vordergrund. Deshalb: Im Kompromiss liegt die Würze, Zusammensetzen und eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden. Das sollte zeitnah geschehen, sonst dauert es bis zu einer Lösung so lange wie der Berliner Flughafen oder gar Stuttgart 21.

Wenn reüssiert, braucht keiner sein Gesicht zu verlieren. Eine nicht zu verachtende Lösung wäre natürlich ein Tierärztestreik. Wenn es so weiter geht und alle Viertel Jahr irgendwelche Argumentatoren sich wieder in Szene setzen und diese Wahrscheinlichkeit sich ewig verdichtet, legt der Hund eher einen Wurstvorrat an. Hier spielt der Dunning-Krüger- Effekt eine wichtige Rolle, die kognitive Verzerrung der Gegner im Selbstverständnis inkompetenter Menschen, dass eigenes Wissen und Können zu sehr überschätzt wwerden.

Streik ist in unserem Rechtsstaat ein legales – auch in der Humanmedizin ein wirksames Mittel, besonders, wenn es um Bezahlungen und Geldwerte geht. Dann würden viele Tierbesitzer und die Verbände deutlicher auf die Barrikaden gehen. Wir Tierärzte wollen uns nicht übertölpeln lassen, wir sind wichtig und ein nicht zu unterschätzender Teil der Volksgesundheit.

Aufgaben des Tierärztlichen Berufs

Tierärzte diagnostizieren und behandeln Erkrankungen bei Tieren, führen Impfungen durch und beraten Tierbesitzer in Fragen der Ernährung und Pflege. Zu den Aufgaben gehört auch die Durchführung chirurgischer Eingriffe und die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachkräften. Einige Tierärzte arbeiten in der Forschung, der Tierhaltung oder im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Die Frage muss nach dem richtigen Handeln beantwortet werden, der gesunde Menschenverstand sollte nicht beiseite gelegt werden.

                                        *************************************** 

Zur Person Dr. Peter F.: Cronau:

1964- 1969 Studium der Veterinärmedizin an der Ludwig- Maximilians- Universität in München

 

1969- 1971 Assistent an der Pferdeklinik Dr. med. vet. Dieter Breuer in München- Riem

 

1971 und 1972 Weiterbildung am New Bolton Centre, Delaware Equine Centre, USA

 

1971 AAEP Mitgliedschaft

 

1973 Gründung der Tierklinik Dr. Cronau in Wattenscheid

 

1975- 2000 Mannschaftstierarzt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

 

1984- 1988 Mitglied des Veterinary Committee FEI (Fédération Equestre Internationale)

 

1984- 2000 Contact Veterinarian der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

 

1980- 1986 Tätigkeit als Honorar Professor an der Al- Fatah- Universität in Tripolis, Libyen

 

1990 Akademischer Ruf der Michigan State University, USA als Professor für Pferdechirurgie

 

1991 Akademischer Ruf der Justus- Liebig- Universität in Giessen für Pferdechirurgie

 

1995 Angebot vom Hongkong Racing Club als Chef Veterinär

 

 

Olympische Spiele:

 

1972 München Assistent des Veterinär Komitees

 

1976 Montreal Mannschaftstierarzt der Deutschen und Spanischen Springreiter

 

1980 Rotterdam („Ersatz-Olympia“ für Boykott von Moskau) Mannschaftstierarzt der Deutschen und Spanischen Springreiter

 

1984 Los Angeles Mannschaftstierarzt der Deutschen und Spanischen Springreiter

 

1988 Seoul Mannschaftstierarzt der Deutschen und Spanischen Springreiter

 

1992 Barcelona Mannschaftstierarzt der Deutschen, Spanischen und Schwedischen Springreiter und Dressurreiter und Foreign Veterinarian

 

 

Delegate

 

1996 Atlanta Foreign Veterinarian Delegate und Mannschaftstierarzt der Deutschen und Saudi Arabien Springreiter

 

2004 Athen Mannschaftstierarzt der Japanischen und Ägyptischen Springreiter

 

 

Weltreiterspiele:

 

1978 Aachen Präsident des Veterinär Komitees und Mannschaftstierarzt der Deutschen Springreiter

 

1982 Dublin Mannschaftstierarzt der Deutschen Springreiter

 

1986 Aachen Mannschaftstierarzt der Deutschen Springreiter

 

1990 Stockholm Mannschaftstierarzt der Deutschen Springreiter

 

1994 Den Haag Mannschatstierarzt des Deutschen, Spanischen und Schwedischen Teams und Foreign Veterinarian Delegate

 

1998 Rom Mannschaftstierarzt des Deutschen Teams

 

2002 Jerez Mannschaftstierarzt des Italienischen Teams

 

2006 Aachen Fachberater in der Vielseitigkeit und Mannschaftstierarzt (Europa) der Amerikanischen Dressurreiter (USEF)

 

 

Ehrungen:

 

1989 Spanish Award, Real Federacion Hipica Espaňola (RFHE) für besondere Verdienste im Pferdesport in Spanien

 

1997 Fairplay Trophy Reiter Revue bezüglich Antidoping

 

2002 Deutsches Reiterkreuz in Gold, Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) für besondere Verdienste im Pferdesport in Deutschland

 

 

 


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