Sie befinden sich hier: Home Magazin Hoffnung für weitere Turniere in Donaueschingen sieht anders aus...

Wer ist Online

Wir haben 1463 Gäste und 1 Mitglied online

Suche

Anzeige

Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Zugriffe seit 16.09.2009

Anmeldung



Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner

Anzeige

Anzeige

Banner
Banner
Anzeige



Hoffnung für weitere Turniere in Donaueschingen sieht anders aus... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Roland Kern/ DL   
Donnerstag, 25. Juni 2026 um 17:05

Donaueschingen war jahrelang der Schlusspunkt der großen internationalen Freiluftsaison Deutschlands, dann begann in kleinerem Maße die Hallensaison. Donaueschingen war kein irgendein Turnier, die Veranstaltung im Schlosspark galt seit Beginn 1954 als das Aachen des Südens. In Sichtweite des Schlosses des Fürsten zu Fürstenberg wurde u.a. 1986 das Internationale Offizielle Turnier (CHIO) von Deutschland anstelle von Aachen organisiert, 1998 und 2002 ritten die besten Nationen-Preis-Mannschaften der Welt um den Springreiter-Teamcup am Ursprung der Donau, es fanden Europameisterschaften in Dressur, Springen und Fahren im Schlosspark statt – Donaueschingen war wer im Turniersport, hatte Weltgeltung.

Alles Geschichte, Erinnerung. Das letzte Turnier fand 2024 statt,  danach wurden von den neuen angeblichen Machern nur noch Seifenblasen in die Luft gelassen, viel versprochen, nichts gehalten, am schlimmsten im letzten Jahr, als Hotels auf Bitten der "Macher" Zimmer stornierten, unzählige Freiwillige als Helfer Urlaub nahmen – und dann wenige Tage vor Beginn die Absage erfuhren.

Bitter für Reiter und Gespannfahrer im Land. Auf absehbare Zeit wird es wohl kein Internationales Turnier im Donaueschinger Schlosspark mehr geben. Auf eine Ausschreibung der Stadt, über die der Gemeinderat entscheiden sollte, hat sich kein Interessent gemeldet. Eine weitere Ausschreibung wird es erstmals nicht geben, bestätigte Andreas Haller, der Mitarbeiter der Stadt und Geschäftsführer der Turnier-Gesellschaft ist. Er stand jetzt Roland Kern im Reiterjournal-Interview Rede und Antwort zur aktuellen Situation.

Herr Haller, der Gemeinderat und die Turniergesellschaft haben eine Veranstalter-Partner für das traditionsreiche Internationale Turnier gesucht, aber niemand hat sich auf die Ausschreibung beworben, haben Sie damit gerechnet?

Andeas Haller: „Uns war im Hinblick auf die weltpolitische und gesamtwirtschaftliche Lage bewusst, dass es kein Selbstläufer werden würde, einen geeigneten neuen Partner für die Veranstaltung des Turniers zu finden. In den vergangenen vier Jahren seit der letzten Ausschreibung gab es teils erhebliche Verwerfungen sowohl von den äußeren Rahmenbedingungen als auch im Reitsport selbst.“

Können Sie sich vorstellen, was diese Aufgabe offenbar so wenig attraktiv macht?

A.H.: „Explodierende Kosten zum Beispiel beim Personal, in der Logistik und für Energie fallen zusammen mit einer merklich zunehmenden Zurückhaltung bei zahlreichen Sponsoren, denen auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung Sparzwänge auferlegt sind.“

Hat das, sagen wir mal, unerfreuliche Verhalten der Schafhof Connects das Donaueschinger Turnier „verbrannt"?

A.H.: „Im konkreten Fall haben in Donaueschingen sicherlich auch das Gebaren und die öffentliche Kommunikation des Veranstalters Schafhof Connects dazu beigetragen, den vormals makellosen Ruf Donaueschingens als Standort für erstklassigen Reitsport etwas zu trüben. Das Kapitel Schafhof ist für uns abgeschlossen, finanziell bestehen unsererseits keine verbliebenen Verpflichtungen. Ein gewisser Makel bleibt selbstverständlich haften.“

Gibt es eine neue Ausschreibungsrunde? 

A.H.: „Eine neuerliche Ausschreibungsrunde - sei es mit identischen oder veränderten Parametern - wäre mutmaßlich in Anbetracht der bisherigen Resonanz zum jetzigen Zeitpunkt kaum erfolgversprechend. Dies bedeutet jedoch nicht, dass im Hintergrund nicht noch Überlegungen laufen, unter welchen Voraussetzungen und innerhalb welches Rahmens eine Reitsportveranstaltung in Donaueschingen künftig wieder realisierbar erscheint. Unsere Argumente liegen auf der Hand: Wir haben in Donaueschingen nach wie vor ein erstklassiges, hochwertiges Turniergelände mit dem einzigartigen Ambiente des Schlossparks und die Veranstaltung selbst eine Historie, die ihresgleichen sucht.“

Wie groß ist der Image-Schaden für die Stadt, wenn es kein Turnier mehr gibt? 

A.H.: „Das Internationale Reitturnier war über Jahrzehnte hinweg Teil der Donaueschinger DNA und neben den Musiktagen eines der beiden großen Highlights mit weit überregionaler Strahlkraft. Aber: Die Region brennt nach wie vor für „ihr“ Turnier und stünde auch im Falle eines Neustarts auf Anhieb mit Gewissheit sofort wieder dahinter.“

Worin setzen Sie Ihre Hoffnung, dass es weitergeht? 

A.H.: „Diese Faktoren allein liefern noch keine Garantie für eine erfolgreiche Veranstaltung. Aber sie geben uns doch nach wie vor eine gewisse Hoffnung, dass der Reitsport im Donaueschinger Schlosspark eine Zukunft hat.“

Was können die Reiter in Baden-Württemberg dafür tun?

A.H.: „Jede Unterstützung aus den Reihen der Reiter selbst ist dabei selbstverständlich gerne willkommen. Für einen erfolgreichen Neustart braucht es nach unserer Einschätzung neben umfassender Expertise und einem guten Netzwerk in der Reitsportszene und darüber hinaus insbesondere Unternehmergeist und den Willen, etwas gemeinsam auf den Weg zu bringen.“

                           *************************************

Kleine Erinnerung an die Vielzahl ehemaliger großer Turniere in Deutschland: Kiel, Bremen, Dortmund (Westfalenhalle), Hannover, Gera, Berlin, Nörten-Hardenberg, Iserlohn,  Köln, Leverkusen, Walldorf, Verden, Bonn, Düsseldorf oder München (Olympiahalle) – das Ende ist längst nicht absehbar, das Turniersterben geht weiter...

 

 

 

 

 


Um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu verbessern, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie hier weitere Informationen. Weitere Informationen >>> Cookie-Hinweis.

Hinweis >>>