







| Am Grab von Hartwig Steenken... |
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| Geschrieben von: Uwe Schmlack/ dl |
| Montag, 03. August 2026 um 14:42 |
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Auf dem Foto am Grab von Hartwig Steenken (von lks) Reitmeister Karl-Heinz Giebmanns, „Schorsch“ Ahlmann, Sportjournalist Uwe Schmack, „Hacki“ Korsch, Uli Kasselmann, Lüder Steenken, Bianca Kasselmann und Marion Henkel (beide ehemalige deutsche Meisterinnen im Springreiten), - alle anschließend Gäste bei Hartwigs Familie Lüder und Anne-Mette Steenken im Elternhaus in Borwede. (Foto: privat) Heiligenloh. Am 23 Juli wäre der erfolgreichste Springreiter der 70er Jahre 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass trafen sich einige Weggefährten und Freunde am Grab von Hartwig Steenken in Heiligenloh, um noch einmal diesem großartigen Springreiter und Pferdemann zu gedenken. „Hacki“ hatte ein Gebinde mitgebracht mit dem Schriftzug auf der Schleife „Du fehlst noch immer…“ Nach dem Friedhofsgang war die Gruppe Gast der Familie Lüder und Anne-Mette Steenken auf dem schönen Bauernhof, dem Elternhaus von Hartwig Steenken in Borwede. Der dreimalige Deutsche Meister, Europameister, Weltmeister und Mannschafts-Olympiasieger von 1972 in München prägte mit seiner Art und Weise die komplette Reiterszene in dieser Zeit. Georg „Schorsch“ Ahlmann (79), ehemals Nationen-Preisreiter und Vater des berühmten Ex-Europameisters Christian Ahlmann, meinte: „Hartwig hat die Reiterei in dieser Zeit total verändert“. Hartwig Steenken wollte einfach immer gewinnen. Als er 1976 für Olympia in Montreal kein passendes Pferd aus seiner Sicht hatte, verzichtete er auf den Start, "wenn ich antrete, will ich auch eine Chance auf den Erfolg haben, sonst fahre ich nirgendwohin." Sogar mit Gips am Bein stieg er in den Sattel und arbeitet seine Pferde. „Ich schnallte den Steigbügel ab und setzte seinen Fuß in den Steigbügelgurt“, so „Hacki“ Korsch, sein Pferdepfleger, der die letzten Jahre seine Pferde betreute. „Als es auf einem Turnier Goldmünzen für den Pfleger des siegenden Reiters gab, fragte er mich, ob ich welche haben wollte. Natürlich. Wir gewannen jedes Springen auf dem Turnier“ so „Hacki“. Er war zwar sehr erfolgreich, blieb dabei aber immer menschlich. Was es heute kaum noch zu geben scheint... In seiner Jugend und auch später begeisterte ihn der Fußball. Seine Großmutter sagte allerdings: „Bauernjungen spielen keinen Fußball, sondern reiten“. „Er, der auf einem Bauernhof groß geworden ist, hatte immer schon einen guten Draht zu Tieren.“ weiß sein Vetter Lüder Steenken zu erzählen Mit 15 Jahren stieg der dann in den Sattel und auf der Karriereleiter ging es dann steil bergauf. Sein vielleicht erfolgreichstes Pferd war Simona. Von Alwin Schockemöhle hatte er die Stute übernommen, die mal dem späteren Bundestrainer Herbert Meyer gehört hatte. Ihr wurden gesundheitliche Probleme nachgesagt. Hartwig machte das nichts aus. Mit ihr gewann er die Team-Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in München, die Europameisterschaft in Aachen, das Hamburger Springderby und die Weltmeisterschaft - noch mit Pferdewechsel - 1974 in Hickstead. Später entdeckte Steenken auch Gladstone. Dieser Götz- Nachkomme wurde 1979 mit Hugo Simon erster Weltcup Gesamtsieger in Göteborg. Nicht zu vergessen Deister. Dieses Jahrhundertpferd stellte Hartwig zuerst auf Turnieren vor und gewann auf Anhieb Große Preise. Nach dem Tod von Steenken übernahm ihn Paul Schockemöhle, und er gewann mit ihr dreimal die Europameisterschaft. Nicht zu vergessen auch nicht der Wallach Goya, der von Bianca Kasselmann kam, Mit ihm versuchte er den Weltrekord im Hochsprung auf 2,50 m zu verbessern. Allerdings packte dann der große Braune das Spezialhindernis nicht mehr an. Später ging Goya unter Fritz Ligges erfolgreich im Parcours. Steenken setzte damals schon Maßstäbe im Turniersport, indem er mit der Spirituosenfirma Campari einen Sponsorenvertrag abschloss. „Wir sind doch sowieso alle Profis“, so sein Argument. Da in jedener Zeit Firmennamen weder im TV noch in den anderen Medien schamhaft nicht genannt wurden, hatte er den Plan ausgedacht, "die Pferde in Campari I, Campari II und Campari III umzutaufen..." Allerdings kam es leider nicht mehr zur Umsetzung dieses Kontrakts. Am 13. Juli 1977 verunglückte er auf dem Beifahrersitz im Auto seines Freundes nach dem Fußballtraining der Stallmannschaft auf dem Weg nach Hause. Ein halbes Jahr lag er in Koma, er verstarb am 10. Januar1978. Doch bis heute lebt er in Geschichten weiter und bleibt unvergessen.
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