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Sicherheit - Tierwohl - Verantwortung als Grundpfeiler des Pferdesports PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: FN-Press/ Britta Schöffmann/ DL   
Montag, 24. Juni 2019 um 15:52

Warendorf.  Eine Konferenz wie ein Sommerfest: Bei hochsommerlichen Temperaturen ließen sich die rund 500 Teilnehmer an der 12. Bildungskonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) von einem abwechslungsreichen Programm begeistern.

 

Auch das gehört zum Sport, wie diese Veranstaltung der Fachhochschule Reiten von Schulze Niehues in Warendorf-Freckenhorst, und einer der Höhepunkte war am Ende die Vorführung der Deutschen Meisterin und Team-Olympiasiegerin  Dorothee Schneider. Für mehr Sicherheit im Pferdesport durch klassische Reitausbildung von Reiter und Pferd plädierte der erste Referent, Reitmeister Martin Plewa. Dabei betonte er, dass für ihn Reitausbildung nicht auf das Reiten allein bezogen sein dürfe, sondern dass sie immer auch vor dem Hintergrund der Natur des Pferdes gesehen werden müsse. „Wir als Ausbilder müssen versuchen, unseren Schülern konsequent Kenntnisse zur artgerechten Haltung, zu ethologischen Grundlagen, zu Biologie, Anatomie, Physiologie, Biomechanik, Sinneswahrnehmung und Lernverhalten des Pferdes zu vermitteln.“ Das Fehlen dieser Grundkenntnisse, sei Ursache von Missverständnissen und gefährlichen Situationen. „Pferdeliebe allein“, so der frühere Vielseitigkeitsreiter und Bundestrainer Plewa, „genügt einfach nicht. Der Mensch muss sich mit seinem Verhalten an der Natur des Pferdes orientieren, nicht an der Natur des Menschen.“

Gesellschaftlicher Wandel und Pferdeführerscheine

Genau darauf zielen die neuen Pferdeführerscheine Umgang und Reiten ab, die mit der Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) 2020 eingeführt werden. Sie werden künftig den Basispass Pferdekunde und den Reitpass ersetzen. „Wir haben beide Abzeichen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst“, sagte Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Bereich Sport und des Deutschen Olympiadekomitees für Reiterei (DOKR), und erklärte diese Hintergründe auch: „In einer Zeit, in der sich Reiter immer häufiger dafür rechtfertigen müssen, dass sie einem Pferd einen Sattel auflegen, müssen wir vorausdenken. Gewisse Dinge können wir nicht verhindern, aber was wir nicht verhindern können, müssen und können wir gestalten. Das ist unsere Verantwortung als Verband“, so Peiler. „Mit dem Begriff Führerschein können alle etwas anfangen, auch außerhalb des Pferdesports.“ Dabei seien drei Motive wichtig, die jeder Ausbilder und Trainer verinnerlichen und weitergeben solle: Sicherheit, Tierwohl und Verantwortung. Dies seien die Grundpfeiler, um das Pferd in Hobby und Sport zu erhalten.

Wie eine solche „Führerscheinprüfung“ in der Praxis aussehen könnte, demonstrierten Ludger Schulze Niehues und sein Ausbilder-Team. Sie geleiteten die Konferenzteilnehmer durch vier perfekt vorbereitete und organisierte Stationen. Station 1 im Pferdeführerschein Umgang steht unter der Überschrift „Erster Kontakt und Pferdepflege“ mit Inhalten wie Annähern, Aufhalftern, Anbinden, Passieren anderer Pferde, Pferdepflege und Ausrüsten eines Pferdes. Station 2, „Pferdeverhalten und verhaltensgerechter Umgang mit dem Pferd“, beinhaltet Themen wie Bedürfnisse und Verhalten des Pferdes, Haltungsformen/-anforderungen, Grundlagen der Fütterung, Grundlagen der Gesundheit/Pferdekrankheiten, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Unfallverhütung. In Station 3 wird der „praktische Umgang mit dem Pferd, Bodenarbeit und Führen im eingezäunten Bereich“ verlangt, das heißt Vorführung auf der Dreiecksbahn sowie Bodenarbeit oder Vormustern. Bei der Station 4 geht es um den „praktischen Umgang mit dem Pferd in Alltagssituationen aus dem öffentlichen Raum“. Dahinter verbergen sich sehr alltags- und praxisnahe Aufgaben wie Führen eines Pferdes zur Weide/Paddock, Verladen, Begegnungen mit Autos, Fahrradfahrern, Fußgängern mit Hund oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Führen in unbekannter Umgebung inklusive Sicherheitsaspekte, vorausschauendes Handeln und Einschätzen des Pferdeverhaltens.

An jeder Station erläuterte ein Experte, worauf es ankommen soll – sowohl beim Aufbau der Station als auch bei der Durchführung der Prüfung. Und auch in Sachen Pferdeführerschein Reiten gab es eine Demonstration, bei der vier Reiter auf dem großzügigen Gelände des Hofs Schulze Niehues den Ablauf einer möglichen Prüfung simulierten samt Wasserdurchritt, Wellenbahn und Straßensituation. Auch wenn nicht alle Reitanlagen diese Möglichkeiten bieten: „Wichtig ist“, so betonte Schulze Niehues, „dass auch der Teilbereich ‚Abfragen der drei Grundgangarten‘ möglichst nicht in der Halle, sondern im Außenbereich geprüft wird. Immerhin ist dieser Führerschein eine Überprüfung der Geländetauglichkeit von Pferd und Reiter.“

Lernverhalten und Ausbildung von Pferden

 

Den Konferenz-Nachmittag eröffnete Eva Lempa Röller, Fachreferentin in der FN-Abteilung Ausbildung und Verantwortliche der Bildungskonferenz. Sie wies darauf hin, dass sämtliche Trainer betreffende Neuerungen der APO 2020 bereits jetzt auf dem Trainerportal (www.pferd-aktuell.de/trainerportal) veröffentlicht sind. Weiter ging es mit zwei Praxisteilen aus dem Spring- und Dressursport, bei denen es vor allem um das Lernverhalten von Pferden und dessen Bedeutung für das Training ging. In einer Lehr-Demo zeigte Monika Schnepper, Ausbildungsleiterin auf dem Gestüt Ligges, mit ihrer Schülerin und Tochter Johanna auf der Stute Carrica eine vorbildliche Unterrichtseinheit. „Nur auf Basis von Vertrauen kann eine solche Zusammenarbeit von Lebewesen funktionieren“, betonte die Pferdewirtschaftsmeisterin. Wichtig sei dabei auch die Flexibilität des Reiters, sich auf die wechselnden Befindlichkeiten seines Pferdes einzustellen. Begleitet wurde die Praxis-Demo von der Pferdewissenschaftlerin Dr. Vivian Gabor, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Göttingen. Sie verwies dabei auch auf die im Laufe des Tages angesprochenen Ausführungen. „Sicherheit, Tierwohl und Verantwortung: Diese Begriffe beschreiben auch, was das Leben in der Herde für Pferde bedeutet. Es gibt eine Rangordnung und die Pferde passen aufeinander auf.“

Wie pferdegerechtes und harmonisches Reiten aussehen kann, demonstrierte abschließend Dorothee Schneider. Die Deutsche Meisterin und Reitmeisterin hatte die elfjährige Quaterback-Tochter Pathétique mitgebracht, um mit ihr eine Trainingssequenz vom Lösen bis hin zu schwersten Lektionen zu zeigen. Dabei kommentierte sie das Was, Wie und Warum ihrer Aktionen im Sattel. „Eine gesunderhaltende Ausbildung“, betonte sie, „heißt auch, sich täglich ins Pferd hineinfühlen zu können und sich passend zum Pferd und dessen Tagesform sein Trainingskonzept für diesen speziellen Tag zu gestalten. Nur wenn ein Pferd ordentlich ausgebildet ist, sieht man ihm den Spaß und die Leichtigkeit an.“

Für 2020 ist eine nächste Auflage der Bildungskonferenz geplant, die voraussichtlich wieder im Süden Deutschlands stattfinden wird.

 

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