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Der Traum eines kleinen Mädchens...(161) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 27. Februar 2013 um 10:24

 

Polly - Intimfeindin von Herrn Neureich...

 

 

An erster Stelle stand nach wie vor das Reiten. Dafür verzichtete sie auf vieles andere. Darunter fiel der Kontakt zu ihren Klassenkameraden in der Freizeit oder den Schulferien. An diese Stelle traten dafür die Treffen ihrer Freunde aus dem Reitstall. Sie waren ihr wichtig. Dazu kam der sportliche Wettkampf. Nicht bei allen – aber doch gab es unter einigen Freunden aus Pollys Clique so etwas wie Wettbewerb. Jeder wollte am besten reiten können. Polly war da besonders ehrgeizig.

 

Ihre Freundin Martine dagegen hatte keinen Biss. Ihr fehlten die sportlichen Voraussetzungen. Sie war pummelig. Jedenfalls fand sie das selber. Polly meinte, die Freundin sei gar nicht so dick. Nur ein bisschen vielleicht. Aber das konnte einen guten Sitz auf dem Pferd wahrlich nicht verhindern. Doch Martine hatte gewisse Hemmungen und, mutlos wie sie war, wurde ihre Reiterei nicht besser. Polly fand das schade. Sie mochte Martine.

 

Aber Martines jüngere Schwester Brigitta war da eher so wie Polly. Nur – sie war nicht so couragiert wie Polly, hatte oft Angst, wenn ihre schwarze Stute einmal wieder zu übermütig durch die Reithalle bockte. Zu häufig ladete Brigitta dann im Dreck. Allein durch ihren sehr schlanken, hochgewachsenen Körperbau nahm man ihr eine fähige Dressurreiterin ab. Polly wusste es besser. Andere auch. Nur ihr Vater, der Herr Neureich, war glücklich, dass wenigstens eines seiner Kinder gut ritt.

 

Es kam immer wieder vor, dass in Pollys Clique Misstöne auftraten. Besonders unter den Mädchen wurde häufig gestritten. Immer hatte irgendjemand etwas über irgendjemand anderen gesagt. Dauernd wurden SMS-Mitteilungen oder kurze Facebook-Nachrichten untereinander missverstanden. Die oder der eine sprach tagelang nicht mit dem anderen.

 

Jetzt hatte es auch Polly getroffen. Es war zwar nicht so, dass Martine überhaupt nicht mehr mit ihr sprach. Aber die Stimmung zwischen ihnen war merklich abgekühlt. Polly hatte keine Ahnung warum.

 

Immer wieder ging sie in Gedanken ihre letzten Gespräche durch. Wann hatte sie was zu Martine gesagt? Wo konnte versteckt ein umpassendes Wort oder bösartige Bemerkung gewesen sein? Mit welcher unbewussten Äußerung konnte sie ihre Freundin gekränkt haben? Polly kam nicht drauf.

 

Im Gegenteil! War es doch Polly, die – ganz entgegen ihrer eigenen Auffassung – immer für Martine Partei ergriff. Selbst wenn ihre Freundin mal wieder heulend auf ihrem Pferd saß, war es Polly, die sie vor den anderen in Schutz nahm und sie tröstete. Dabei ging ihr das selber ziemlich auf den Geist, wenn man für die unbeholfene Martine in der Trainer-Stunde wieder eine extra Tour reiten musste. Allzu häufig konnten keine neuen Lektionen geübt werden, weil Martine die vorherigen noch nicht einmal beherrschte.

 

Innerlich war Polly sogar sehr oft verärgert. Sie wusste, dass Martine immer wieder ihr Training unterbrach. Sie hatte tausend Ausreden, um ihr Pferd nicht reiten zu müssen. Meistens longierte sie es nur. Und das noch nicht einmal ausgebunden. Wie um Himmels Willen sollte sie da im Reiten besser werden. Sie hielt die anderen nur auf. Aber das hatte Polly doch niemals laut gesagt. Keiner kannte ihre Gedanken zu diesem Thema und Martine schon gar nicht. Hier konnte der Grund für ihr Eingeschnapptsein nicht liegen.

 

Dennoch lief auch heute Martine öfter an Polly vorüber, ohne ein Wort mit ihr zu wechseln. Sonst konnte die Freundinnen nicht lang genug bei einander stehen, um zu quatschen. Polly musste sich mit einem knappen „Hallo“ als Gruß begnügen.

 

Nach der Siebzehnuhr-Stunde der Schulpferde durfte die Freistunde für alle Privatpferdereiter genutzt werden. Die meisten von Pollys Freunden fanden sich dann in der Reitbahn ein. Am Anfang dieser Stunden und später beim Trockenreiten plauderte man zwanglos miteinander. Das war dann meist so, dass Polly meistens neben Martine ritt.

 

Dazwischen wurde ernsthaft trainiert. Jeder für sich. Natürlich trainierten  nicht alle gleich intensiv. Polly hatte sich für diese Woche Seitengänge vorgenommen. Sie wollte ihrer Beauty endlich vernünftiges „Schenkelweichen“ und „Viereck verkleinern und vergrößern“ beibringen. Das Hauptproblem lag darin, dass Beauty in sich gerade bleiben sollte. Der Pferdekörper durfte nicht gebogen sein. Auch sollte der Pferdehals nicht einfach nach einer Richtung herumgezogen werden. Genau das aber war das Problem. Beauty sollte ganz einfach auf den seitwärts treibenden Schenkeldruck reagieren. Das war ganz schön anstrengend. Für den Reiter natürlich.

 

Das blöde bei dieser Lektion war außerdem, dass sie, jedenfalls das Schenkelweichen, an der langen Seite und im Schritt geritten wurde. Aber bei mehreren Reitern in der Bahn sollte der Hufschlag im Schritt freigehalten werden. Für Polly hieß das, sie musste das Schenkelweichen an der langen Seite vom zweiten Hufschlag aus reiten. Ihr fehlte also die Begrenzung durch die Bande.  Das machte diese Lektion nur noch schwieriger.

 

Zehn Minuten vor 19 Uhr beschloss sie, die Reitstunde zu beenden. Sie war geschafft. Aber keineswegs zufrieden mit dem Ergebnis. Warum ließ sich Beauty nicht einfach herüberdrücken mit dem Schenkel? Weder zu der einen Seite, noch zu der anderen. Und wenn Polly den Zügel zu Hilfe nahm, bog Beauty nur ihren Hals beziehungsweise den Kopf zu einer Seite. Sie blieb nicht in sich gerade, wie es sein sollte. Es war zum Verzweifeln.

 

Polly war nicht glücklich über das Erreichte in dieser Reitstunde. Wenn doch wenigstens Martine wieder normal mit ihr sprechen würde…

 

Wie zufällig ritt sie neben ihre Freundin. Die allerdings tat so, als würde sie es nicht bemerken. Auffallend ausgiebig lobte sie ihr Pferd indem sie laut und ausgiebig mit der flachen Hand auf dessen Hals klatschte. Polly fand das nur peinlich.

 

Aber sie startete dennoch einen Versuch, mit Martine ins Gespräch zu kommen. „Kannst Du Schenkelweichen reiten?“ fragte sie. Martine fasste das als grobe Provokation auf. Natürlich konnte sie das nicht und alle Welt wusste genau, dass sie das nicht konnte. Was also sollte diese blöde Frage? Wollte Polly sie vor allen bloßstellen? Martine bog einfach ab, ohne Polly zu antworten.

 

Polly verstand die Welt nicht mehr. Jetzt sprach Martine offensichtlich gar nicht mehr mit ihr. Was war nur los.

 

Später, als sie mit allem Aufräumen fertig war, trat zufällig Martine mit ihrem Sattelzeug in die Sattelkammer. Weil sonst niemand anwesend war, stellte Polly sich so, dass Martine nicht an ihr vorbei aus dem Raum laufen konnte. Polly sprach ihre Freundin auf den Kopf zu an, was los sei. Martine war nicht in der Lage, ihr auszuweichen. Sie fing an zu stottern. „Was sollte das vorhin?“ fragte sie schrill. „Weiß doch jeder dass ich kein Schenkelweichen kann. Wolltest Du mich vor allen blamieren?“ sagte sie fast schreiend. „Das ist es doch, was Du auch immer mit meiner Schwester machst!“ fügte sie noch an.

 

Daher weht der Wind, dachte Polly. Hatte die blöde Brigitta sich offensichtlich beschwert. Dabei fing die doch immer an. Die hatte so eine Art, an Polly vorbeizugehen und dabei irgend einen blöden Spruch lozulassen. Keiner konnte das hören. Aber Pollys normal gesprochene Antworten, die hörte jeder. Polly war dann die doofe. Aber was Brigitta flüsterte, hörte niemand.

 

Und dann kam alles heraus: Martine fühlte sich so in die Enge getrieben, dass sie wie von selbst Polly alles vorwarf, was man ihr eingetrichtert hatte. Brigitta, Hoffnungsträger ihres Vaters, beschwerte sich bei ihm über Polly. Der wiederum ereiferte sich so, dass er seiner älteren Tochter Martine vorwarf, sich auf die Seite der Familienfeindin zu stellen. Polly wäre ja soooo gemein zu der armen Brigitta. Es wäre von Martine so unloyal, weiterhin mit diesem Mädchen Polly befreundet zu sein.

 

Dann weinte Martine. Polly war entsetzt. So eine Ungerechtigkeit! Hatte es die durchtriebene kleine Schlampe doch geschafft, einen Keil zwischen Martine und ihr zu treiben. Der blöde Herr Neureich ließ sich auch immer von seiner jüngeren Tochter um den Finger wickeln.  Martine tat ihr leid. Die war immer benachteiligt in ihrer Familie, fand Polly. Sie nahm ihre Freundin in die Arme und tröstete sie.  Für dieses Mal konnte ein Konflikt zwischen Freundinnen aus der Welt geschafft werden. Sie würde Martine nu dazu überreden, Schenkelweichen mit ihr gemeinsam zu üben. Es wäre doch gelacht, wenn es nicht klappen würde.

 

(Fortsetzung folgt…)

 

 

 

 

 


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