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Der Traum eines kleinen Mädchens...(163) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uta Ludwig   
Mittwoch, 13. März 2013 um 09:24

Vierter Platz für Polly...

 

Jede Woche freute sich Polly auf die Trainingsstunde bei Herrn Weber. An den folgenden Tagen übte sie fleißig die erlernten Lektionen mit ihrer Stute Beauty. Waren es neue Aufgaben, erklärte sie der Reitlehrer sehr ausführlich, und es kam sogar vor, dass er sich auf eines der Pferde seiner Schüler setzte, um alles selbst vorzureiten.

 

Polly hatte er noch nie gebeten, ihm Beauty zu überlassen. Zuerst dachte Polly, ihre Tinker-Stute sei dem Trainer zu klein. Dann aber in der letzten Stunde setzte er sich auf Solana von Brigitta. Und diese Stute war keinen  Zentimeter größer als Beauty. Polly musste also davon ausgehen, dass er ihre Beauty nicht mochte oder nicht akzeptierte. Sie ging davon aus, dass Herr Weber einen Tinker nicht als Turnierpferd betrachtete. Polly fühlte sich leicht beleidigt und war angesäuert.

 

Ganz im Inneren wusste sie natürlich, dass ihr Pferd alles andere als ein geeignetes Dressurpferd war. Aber sie hatte dieses Pferd nun einmal, weil sie es haben wollte, und sie liebte ihr Pferd. Ihr war schon klar, dass sie niemals wirklich einen Blumentopf damit in einer großen Dressurprüfung gewinnen würde. Diese Gedanken stimmten sie traurig. Als sie nun letzte Stunde Herrn Weber auf der für ihn viel zu kleinen Solana reiten sah, fühlte sie sich zusätzlich in ihren Gefühlen verletzt.

 

Auf der einen Seite wollte sie sich und ihr Pferd so behandelt wissen, wie alle anderen aus der Turnierabteilung auch. Auf der anderen Seite war sie ganz froh, dass so ein „alter Knacker“ sich nicht auf ihrer sensiblen Stute austobte. Eigentlich wollte sie überhaupt nicht, dass irgendwer anderes sein Können oder eben sein Unvermögen an ihrem Pferd demonstrierte.

 

Ihr Ehrgeiz verlangte, dass sie alleine und nur sie etwas aus der Stute machte. Sie selber wollte dem Pferd die Lektionen Schritt für Schritt beibringen. Und sie war sich da ganz sicher, dass sie es schaffen könnte.

 

Nach der Trainingsstunde trafen sich Joachim und Polly mehr durch Zufall in der Stallgasse. Der Reitlehrer ging nicht einfach vorbei, sondern sprach sie an, ob sie etwas hätte. Sie würde so betrübt dreinschauen.

 

Zuerst wollte Polly nichts sagen. Sie kam sich blöd vor. Sie wollte auch nicht eifersüchtig oder neidisch gelten. Aber sie gestand doch, wodurch sie gekränkt war. Dann aber lachte sie unsicher und tat ihre Gefühle mit einer abweisenden Geste ab. Joachim aber hielt sie zurück.

 

Er sagte nicht viel. Nur, dass man auch auf einem Rassepferd wie einem Tinker oder auch auf einem Friesen zum Beispiel durchaus sinnvoll trainieren und seine eigenen Fähigkeiten verbessern könne. Ob man nun auf einem Warmblut oder einem Tinker Volten, Schlangenlinien oder Schenkelweichen lerne, das wäre doch wohl völlig egal, oder? Und damit hatte er sicher Recht. Pollys Laune besserte sich augenblicklich.

 

Am Sonntag spielten Polly und einige aus ihrer Clique Turnier. Diejenigen, die ihre Pferde schon geritten hatten oder sich für Springreiter hielten, sollten den anderen helfen und als „Offizielle“ fungieren. Es wurden drei Kumpels als Richter ausgesucht. Nach einigem Hin und Her sollten Martine, Anne und Harald an einem eilig herbeigeschafften Holztisch aus der Tränke als Richter Platz nehmen. Den Tisch hatten sie vor dem Punkt „C“ aufgebaut und den dazu benötigten Raum mit auf dem Boden liegenden Spring-Stangen abgeteilt. Die Bahn war also keine vierzig Meter mehr lang, sondern ungefähr vier Meter kürzer.

 

Alle die teilnehmen wollten, erschienen mit ihren Pferden in der Bahn um abzureiten. Dann wurden drei Abeilungen zu je drei Pferden aufgeschrieben. Da sie ja keine Kopfnummern hatten, entschieden die Jugendlichen sich, die Abteilungen nach den Anfangsbuchstaben der Pferdenamen einzuteilen. Beauty war schon in der ersten Abteilung. Ihre ärgste Konkurrentin Brigitta auf Solana starteten in der letzten Abeilung. Polly fand es cool, dass es somit zu keinem direkten Vergleich kommen konnte.

 

Alle gaben sich größte Mühe, so konzentriert wie auf einem richtigen Turnier abzureiten. Vielleicht sogar noch mehr. Den Reitern war natürlich bewusst, dass die Erwachsenen von der Tränke aus durch die Scheiben sehen konnten, was da in der Reithalle abging.

 

Dann kam sogar noch die Aggi angelaufen, sie hatte eine alte Tafel ausfindig gemacht, auf der nun die Abteilungen, genau wie auf einem Turnier, aufgeschrieben wurden. Ausgerechnet Anton, der selber noch nie geritten, geschweige denn an einem Turnier teilgenommen hatte, fühlte sich erkoren, die Tafel zu führen. Dabei wusste der noch nicht einmal, dass er nach Bekanntgabe der Wertnoten diese dort hinter das jeweilige Paar vermerkten musste.

 

Bis auf die ersten drei Reiter mussten die anderen nun die Reitbahn verlassen. Die erste Abteilung begann ihre Prüfung. Cordula übernahm die Tete, dann folgte Carl-Alfred. Polly mit ihrer kleinen Beauty bildete den Schluss.

 

Petra gab die Kommandos. Sie hielt das Aufgabenheft in der Hand und kommandierte nun das Aufmarschieren.

 

In Polly lief ein Film ab. Obwohl sie die Aufgaben nicht auswendig kannte, war sie zuversichtlich, dass Beauty alles gut machen würde. Der innere Film bei Polly ließ wechselweise die Stimme von Herrn Weber oder eben von Joachim hören. Sie sagten ihr: „Sitz gerade. Kopf hoch. Hände ruhig. Zügel kurz.“ Das ging die ganze Aufgabe so. Polly spulte alles ab, was ihr immer gesagt wurde. Die Stimmen wurden immer lauter. Sie hatte plötzlich ganz viele Stimmen im Ohr, die ihr sagten, was sie tun müsse. Dabei hörte sie die Kommandos von Petra gar nicht mehr. Polly funktionierte nun nur noch. Sie gab Acht, was die beiden vor ihr machten. Einen Bruchteil von einer Sekunde vorher nahm sie wahr, wann das Angaloppieren begann. Beauty war so weich, dass sie augenblicklich reagierte und auch rechtzeitig angaloppierte. Dann kam wieder Trab, dann wieder Galopp auf der anderen Hand. Beauty fühlte sich gut an. Dann folgte erneut Mittelschritt. An den Richtern vorbei. Polly hörte, wie Martine ihr eine 6,0 Wertnote geben wollte. Anne aber sagte 5,7 reiche auch, es sei ja kein richtiges Dressurpferd…

 

Erst, als die Prüfung beendet war und die Reiter die Zügel lang lassen sollten, realisierte Polly, dass es wohl um ihre Wertnote für diese Prüfung gegangen war. Wie konnte Martine sich nur von Anne drücken lassen. Wieso bestand Anne, von der sie glaubte, sie sei eine Freundin, auf eine niedrigere Wertnote für Beauty? Polly fand das so ungerecht. Beauty war doch fehlerfrei durch die Prüfung gegangen…

 

Als alle drei Abteilungen durch waren, folgte die Platzierung. Man wusste, dass Solana gewonnen hatte. Polly war von neun Teilnehmern Vierte geworden. Mit der Wertnote 6,0 wäre sie Dritte gewesen. Aber das hatte Anne ihr versaut.

 

Nur mühsam unterdrückte Polly ihre Wut auf Anne und auch auf Martine, die sich  nicht durchgesetzt hatte. Aber mit ihrer Beauty war sie überaus zufrieden. Die hatte sich von der besten Seite gezeigt. Sogar der sogenannte Herr Neureich, der ehrgeizige Vater der Gewinnerin, streckte ihr seine Hand zur Gratulation hin. Und ausnahmsweise schien er es sogar ehrlich zu meinen. Sein Glückwunsch für Polly war aufrichtig. Polly war nun doch glücklich. Irgendwann würde sie mit ihrer Beauty die 6,0-Marke knacken. Dann lief sie in den Stall, um Beauty ein Zückerchen zu reichen.

 

(Fortsetzung folgt…)

 


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