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Zangersheide Z - oder wo auch der Züchter gefeiert wird PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Susanne Strübel-Offz/ DL   
Freitag, 16. August 2019 um 14:03

Leon Melchior - wie man ihn kannte...

(Foto: privat)

Lanaken/ Belgien. Judy-Ann Melchior (32) als Chefin des Gestüts Zangersheide in Belgien erhöht die Bonuszahlungen für die kommenden Weltmeisterschaften junger Springpferde auf ihrer Anlage beträchtlich – zehn Prozent des Gesamtpreisgeldes gehen an die Züchter.

 

Ihr Vater Leon Melchior, der vor vier Jahren starb, war nicht nur ein großer Geschäftsmann, er hatte auch Visionen in der Pferdezucht. So war er einer der Ersten bei Versuchen, Leihmütter in der Zucht einzusetzen, er ging gegen die  Hufrollenentzündung vor, indem er nur mit Pferden züchtete, die für diese Berufskrankheit der Springpferde weniger anfällig waren. Er ließ seine Hengste auf ein Phantom springen, um den Samen in mehrere Portionen aufzuteilen, er betrat Neuland beim Klonen, vor allem aber, er arbeitete von Anfang an nur mit ausgesprochenen Experten in der Zucht, mit exzellenten Tierärzten und  hervorragenden Springreitern zusammen wie mit Johans Heins, Piet Raijmakers sen. oder Jos Lansink. Er verfolgte stur und unbeirrt seine Ziele, alleine schon, um als Gestüt Zangersheide („Z“) anerkannt zu werden. Nach seinem Tod im November 2015 übernahm Tochter Judy-Ann Melchior das Gestüt.

Die Lebenspartnerin von Christian Ahlmann, Weltmeisterschafts-Dritte mit der Equipe bei den Weltreiterspielen 2010 in Lexington/ Kentucky, arbeitet im Sinne des Vaters weiter. Und Leon Melchior wäre auf seine Tochter mehr als stolz gewesen. Denn bei den Weltmeisterschaften junger Springpferde auf Zangersheide (19. bis 22. September) unweit von Aachen oder Maastricht  erhöht sie die Bonuszahlungen für Züchter in einer Größenordnung im Springsport wie noch nie dagewesen. 10 Prozent des Preisgeldes in Höhe von 220.250 Euro gehen an die Züchter der Pferde, ganz egal, aus welchem Zuchtgebiet die Tiere stammen. "Das ist einmalig“, sagt Judy-Ann Melchior. Und  für die erfolgreichsten Pferde mit dem Z-Brand gibt es eine extra Portion dazu.

Über einen "Zangersheide Super Premium Bonus" in Höhe von 30 000 Euro dürfen sich Züchter freuen, deren Pferde im gesonderten Jahres-Ranking von Zangersheide vorne platziert sind. Die anwesenden Züchter der Gold-, Silber-, und Bronzemedaillengewinner in jeder Altersklasse erhalten einen Scheck über 500 Euro, 2000 Euro und 3000 Euro.

Zucht und Sport zusammenbringen

Leon Melchior war auch ein Visionär, der stets das Wohl der Züchter im Sinn hatte. Sein Trachten, sie sollten auch finanziell von den Erfolgen ihrer Produkte profitieren. Melchior wusste: "Es dauert oft zehn Jahre, ehe wirklich bekannt ist, wie gut ein Züchter gearbeitet hat. Und von einigen Ausnahmen abgesehen, müssen Züchter ihre Pferde frühzeitig verkaufen, ehe sie den Status von internationaler Klasse  erreichen." Um die Kontinuität der Zucht zu gewährleisten, die beteiligten Personen zu motivieren, einen Stillstand zu verhindern, müsse etwas geschehen. Und Melchior war ein Mann der Tat: Er entwickelte ein Belohnungssystem, um die zwei Welten von Zucht und Sport einander näher zu bringen.

Dies ist einzigartig in der Springreiter-Szene und findet große Zustimmung - auch bei den Reitern und Pferdebesitzern. Judy-Ann Melchior geht bei der Turnierorganisation der internationalen Veranstaltungen konsequent ihren Weg,  und Christian Ahlmann, selbst Pferdebesitzer und Züchter, unterstützt sie bei ihren Ideen. Der frühere Weltcupsieger feierte mit dem Sport- und Zuchthengst Taloubet Z internationale Erfolge, so holte er mit der Equipe 2016 in Rio Team-Bronze, mit dessen ebenfalls in der Zucht eingesetzten zehn Jahre alten Take A Chance On Me Z gewann er unlängst den Großen Preis der Global Champions Tour in Paris. Mit dem ebenfalls erst zehnjährigen Clintrexo Z wird er in der nächsten Woche bei den Europameisterschaften in Rotterdam für Deutschland reiten. Er schätzt gute Zuchtleistungen und möchte, dass solche Leistungen honoriert werden. In finanzieller Form, und nicht - wie meist üblich – „mit einem warmen Händedruck“.

Melchiors großes Ziel war die Anerkennung der Züchter. "Er stand in Gesprächen mit der FEI und wollte bewirken, dass zwei Prozent des Preisgeldes  an den Züchter des betreffenden Pferdes ausgeschüttet werden", erinnert sich Christian Ahlmann. Im Rennsport sind Züchterprämien schon immer mit den Gewinnsummen verbunden. Melchior ging es damals, wie er selbst sagte: "Um die Anerkennung und Stimulierung der unverzichtbaren Rolle, die der Züchter in der Gesamtheit des Pferdesports spielt". Dieser Vorschlag kam beim Verband nicht gut an. "Das hat er beim internationalen Verband nicht durchgesetzt", sagt Christian Ahlmann.

In Lanaken galt die "Lex Melchior"…

Das immer gut besuchte Turnier im September ist auch ein Fest für die Züchter, die es sich nicht nehmen lassen, persönlich zur Veranstaltung zu erscheinen und sich feiern zu lassen. Es gibt eine Belohnung für die Züchter der erfolgreichsten Pferde beim Turnier, ganz egal, aus welchem Zuchtgebiet sie stammen. Bei der Ausschüttung des Z-Rankings, das über das ganze Jahr gewertet wird, profitierte 2017 zum Beispiel Guy De Schuymer, der Züchter der hocherfolgreichen Pferde Don VHP Z und Carlos Z. Bei einer Jahres-Gewinnsumme in Höhe von 460 000 Euro bekam der Züchter 9.200 Euro Prämie. Er wurde öffentlich für seine Leistungen ausgezeichnet – eine schöne  Anerkennung.

Judy-Ann Melchior rechnet vor: „Wären bei den 700 internationalen Turnieren und den 80 Fünf-Sterne-Turnieren die Zwei-Prozent-Regelung 2017 angewendet worden, hätten die  Züchter bei einer Gewinnsumme von 85.181.543 Euro eine satte Prämie von 1. 703.630 Euro als Anerkennung für ihre Zuchtleistungen erhalten.“  

 

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