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Thomas Dietz oder der einem Parcours ein freundliches Gesicht gibt... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 20. März 2013 um 19:45

 

Thomas Dietz mit Tochter Theresa beim CHI in  der Dortmunder Westfalenhalle

(Foto: Kalle Frieler)

Ratingen. Beim CHIO von Deutschland in Aachen oder im arabischen Raum gibt Thomas Dietz (52) den Hindernissen ein eigenes Gesicht, mit seinen Dekorationen nimmt er einem Parcours dieses Bedrohende an Höhe oder Weite. Er macht einen Parcours einladend. Als ehemaliger Springreiter kennt er auch die andere Seite - die des Sports.

 

Er erinnert sich noch genau an jene Minuten im Sand vor dem Schloss Wocklum in Balve im Sauerland: „Als ich mit meinem Vater den Parcours  für die erste Wertungsprüfung abging, sagte ich nur: Da komme ich nicht rüber, das ist ja Selbstmord. Lasst uns wieder verladen.“ Es war der Beginn der Deutschen Meisterschaft im Mai 1984, gleichzeitig Sichtung für die Bildung einer Olympia-Equipe für die anstehenden Sommerspiele in Los Angeles, „und entsprechend war auch der Parcours gebaut. Über solche Hindernisse war ich bis dahin noch nie gegangen.“

 

Thomas Dietz, 24 Jahre alt, hatte dann auf dem Wallach Flagrantus im Springen gegen die Uhr keinen Abwurf, er belegte am Ende der Sichtung mit insgesamt   6,25 Fehlerpunkten einen ausgezeichneten neunten Platz, ohne die fünf Strafpunkte im letzten Springen hätte er Bronze gehabt. Meister wurde Karsten Huck auf Calando, 1988 auf Nepomuk in Seoul Olympia-Dritter, vor dem Rheinländer lagen weiter der frühere Weltmeister und Olympiasieger Gerd Wiltfang, Wolfgang Brinkmann, 1988 Team-Olympiasieger, Peter Luther auf Livius, in Los Angeles Mannschafts-Olympiadritter, und der spätere dreimalige Weltmeister Franke Sloothaak. Hinter sich ließ der echte Amateur unter anderen  Paul Schockemöhle auf Deister, dreimal Europameister und mit Team-Bronze in Los Angeles dekoriert, Fritz Ligges auf Ramzes, Mannschafts-Oympiasieger mit Robin in München 1972, und einen so großartigen Springreiter und späteren Bundestrainer Otto Becker sowie Achaz von Buchwaldt, den zweimaligen Derbygewinner und inzwischen international renommierten Coach.

 

Reiten aufgegeben – er wurde Florist…

 

Doch Thomas Dietz merkte, zum echten Profi fehlte weniger das Talent, „aber die finanziellen Möglichkeiten, um im Spitzensport mithalten zu können.“ Abrupt beendete er eine mögliche Karriere, die auf einem Rappen begonnen hatte, „der meinem Vater nach heutiger Währung 2.000 Euro gekostet hatte.“  Er begann eine Lehre als Florist, legte die Meisterprüfung ab. 1989 übernahm Dietz, der auch einmal für Deutschland einen Preis der Nationen ritt („mit Erfolg in Plovdiv“), das 1949 gegründete Unternehmen seines Vaters Horst. Er entwickelte neue Ideen, schuf zusätzliche Geschäftszweige, sein Beruf wurde Berufung, aus der kleinen Friedhofsgärtnerei in Ratingen unweit von Düsseldorf entwickelte sich ein  mittelständiges Unternehmen mit vier Filialen und 23 Angestellten. Seine Frau Mirjam ist in der Modebranche tätig und organisiert Messen in Berlin, Düsseldorf („Igedo“), Moskau und nun auch in Kasachstan.

 

Thomas Dietz sorgt bei sportlichen und gesellschaftlichen Anlässen jeder Art für das gewisse Etwas, das nicht erlernbar ist. Er bringt mit seinen Accessoires die Wohlfühlatmosphäre mit. Nicht nur beim Reitsport. Das weltweit bekannte Tennisturnier im Düsseldorfer Rochusclub  wird seit zehn Jahren von ihm mit  Blumen ausgeschmückt, man holt ihn, weil er Ideen hat und eben auch fähige Mitarbeiter. Man holt ihn, weil er vielleicht ein bisschen besser ist als andere. Er ist für alle Festivitäten und überall hin zu engagieren. Vor drei Jahren kreierte er den Blumenschmuck der Hochzeitstafel seines Freundes und ehemaligen Nachwuchs-Bundestrainers Dietmar Gugler, der Sylvia Magalow auf Gut Ising am Chiemsee ehelichte.

 

Die Anfänge lagen in Düsseldorf

 

Alles begann in Düsseldorf, wo auch der Reitsport mal eine internationale Heimat hatte. Dort sprach ihn Organisator Wanfried Thum an. In Düsseldorf hakte sich das Unternehmern BCM ein, mit den Niederländern ging es weiter  nach Berlin, Dortmund, München-Riem und Frankfurt/ Main. Irgendwann meldete sich bei Thomas Dietz fast logisch auch der weltweit bekannte Parcoursbauer Olaf Petersen (75). Der Feingeist aus Westfalen, der mit seinen Hindernissen auch immer etwas erzählen wollte aus der Geschichte des Landes oder der Mythologie und ganz gezielt weg ging vom simplen Hinstellen von Steilsprüngen oder Oxern, engagierte den zurückhaltenden Rheinländer für die Olympischen Reiterspiele in die griechische Hauptstadt Athen 2004.

 

Athen war ein Zwischenlauf. Frank Kemperman, Vorstandsvorsitzender des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), nahm danach Thomas Dietz für die Weltreiterspiele 2006 unter Vertrag. Frank Rothenberger, einer der am meisten gefragten Hindernisarchitekten und Parcoursgestalter weltweit, über Thomas Dietz: „Er hat pfiffige Ideen, um im Parcours Hindernisse zu dekorieren. Er nimmt Überlegungen auf, setzt sie um, ist ideenbezogen und allem zugänglich.“ Nach den Weltreiterspielen 2006 in Aachen ließ ihn Chef-Organisator Peter Hofmann ein Jahr danach bei der Europameisterschaft in Mannheim den Parcours mit Blumengebinden auffrischen.

 

In Aachen muss alles frisch sein

 

Neben Aachen mit dem alljährlichen Offiziellen Reit- und Fahrturnier (CHIO) von Deutschland, wo er auf dem ganzen Areal das Auge mit Arrangements aus Blumen, Büschen oder anderen Kreationen erfreut, ist Thomas  Dietz - allein im Reitsport - inzwischen als Schmuckchef tätig in Basel, Lausanne, Dortmund, Doha, Hagen am Teutoburger Wald, Wiesbaden, Balve, Monaco, Lausanne, Paris, Lyon, Valkenswaard, Abu Dhabi und Frankfurt. In Aachen müssen alle Pflanzen frisch sein, „darauf legt Kemperman großen Wert“, sagt Dietz. Thomas Dietz hat aber auch täuschend echt aussehende Kunstgewächse, in großen Vasen oder Kübeln, wunderbare Orchideen zum Beispiel, die man anfassen muss, um den Unterschied zwischen Natur und Kunst zu fühlen.

 

Die Reiter mögen ihn ebenfalls. Er stellt die Pflanzen im Parcours so, dass sich die Pferde nicht daran stören und abgelenkt werden. Als  ehemaliger Springreiter weiß er, auf was es ankommt. Er fragt die Reiter, die Reiter sprechen mit ihm. Gerne geht er zum Beispiel mit dem dreimaligen Weltcupsieger Marcus Ehning einen Parcours ab, der gibt ihm dann einen Tipp, wo vielleicht mal ein Blumentopf zu verrücken wäre. Er selbst kennt schon Tage vor einem Turnier die Hindernisgestaltung der einzelnen Prüfungen, er wird damit auch zum Geheimnisträger, „etwas darüber zu sagen, das hieße auch den Job verlieren.“ Alles soll immer so aussehen „wie aus dem Boden gewachsen“, sagt er.

 

Über seine Tochter Theresa (16) ist er wieder direkt mit dem Reitsport verbunden, „der doch einem so viel gibt. Kein Sport wie Reiten verbindet alle, sämtliche Gesellschaftsschichten. Im Parcours sieht man keinem an, ob er Millionen hat – oder nichts. Nur das Können entscheidet.“  Gymnasiastin Theresa, die auch Saxophon spielt, startet auf Turnieren bei den sogenannten Amateuren, und da wird auch schon einiges verlangt.

 

Er selbst ist nach einem Turnier total platt, „aber mein Kopf ist frei, und ich bin auch dankbar dafür, dabei gewesen zu sein…“ Dass alle Hindernisse bei jedem Springen eines Turniers immer auch neu dekoriert werden müssen, darüber verliert er kein Wort. Ist zusätzliche Knochenarbeit.

 

www.dietzblumen.de

 

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