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Holger Hetzel - das Risiko des Verlierens oder Gewinnens... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: T.Hartwig/ DL   
Sonntag, 17. Mai 2020 um 15:24

Holger Hetzel: Lieber Erster als...

(Foto: Thomas Hartwig)

Goch. Nach rund zweimonatiger Zwangspause für den gesamten deutschen Reitsport aufgrund der Coronavirus-Pandemie organisierte Holger Hetzel auf seiner Anlage in Goch das erste Springturnier in Nordrhein-Westfalen. Das Echo war gewaltig.

 

Darauf war lange voller Sehnsucht gewartet worden. Erstmals nach zwei Monaten arzwungener Pause wegen der Corona-Pandemie konnten Springreiter in Nordrhein-Westfalen wieder ihre Pferde im Parcours unter Wettbewerbsbedingungen zeigen. Und organisiert hatte alles der 33-malige Nationen-Preis-Reiter und Landestrainer Holger Hetzel (60) auf seiner Anlage in Goch.  Unter den entsprechenden Sicherheitsauflagen und ohne Zuschauer gingen Springreiter mit fast 600 Pferden an den Start. Geboten wurden dabei Springpferdeprüfungen der Klassen A bis M für Nachwuchspferde sowie Springprüfungen der Klassen L bis S.

„Wir haben das für den Sport, die Reiter und die Pferde gemacht“, so Hetzel, „verdienen können wir an einem solchen Turnier natürlich nichts. Aber darum geht es auch gar nicht. Für Pferde und Reiter ist es wichtig Wettkampfroutine zu sammeln. Würde der Turnier-Stop noch länger weitergehen, so würden gerade die jungen Pferde ein ganzes Jahr in ihrer Ausbildung verlieren. Wir wollten aber auch ein Zeichen für alle anderen Reitvereine und Veranstalter setzen, dass mit Wollen und Engagement auch in diesen schwierigen Zeiten Turniersport möglich ist“, sagt Hetzel. „Ein ganz dickes Kompliment muss ich der Stadt Goch machen. Wir haben unser Konzept bezüglich der Sicherheitsmaßnahmen der Stadt vorgelegt, und die Verantwortlichen haben es für gut befunden“, so Hetzel, der sich freute über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Freude haben konnten auch die Reiter selbst über einige andere Aspekte, wie der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg (Sendenhorst), der seinen Sohn Gerrit beim Turnier in Goch begleitete,. Er stellte fest: „Holger und sein ganzes Team haben hier einen tollen Job gemacht. Alles klappte reibungslos. Auch die Sicherheitsauflagen wurden von allen genau befolgt. Ganz bemerkenswert finde ich, dass wir bis 24 Stunden vor dem Turnier nennen konnten, ohne dafür Extra-Gebühren zahlen zu müssen. Auch der Umstand, dass die Preisgelder in voller Höhe ausgezahlt wurden, kommt gerade den Berufsreitern, die mit der zweimonatigen Zwangspause erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen hatten, sehr entgegen. Holgers Turnier zeigt einmal mehr, was alles möglich ist, wenn man zu 100 Prozent für den Sport brennt.“

Ganz ähnlich äußerte sich der 14-malige Nationenpreisreiter Markus Renzel aus dem westfälischen Oer Erkenschwick: „Ich denke, viele Vereine, aber auch unser Dachverband, die Deutsche Reiterliche Vereinigung, sollten sich an diesem Turnier ein Beispiel nehmen und versuchen, möglichst rasch wieder Veranstaltungen unter den entsprechenden Sicherheitsauflagen anzubieten.“

Auch Bundestrainer Otto Becker (Albersloh), der seine Tochter Marlene zum Turnier begleitet hatte, äußerte sich dahingehend: „Wir sollten alle dankbar sein, dass Holger hier ein Zeichen setzte. Nämlich, dass der Turniersport nach zwei Monaten Pause wieder anlaufen konnte. Ich war beeindruckt, wie gut alles organisiert wurde und wie diszipliniert sich alle Beteiligten verhalten haben. Ich hoffe, dass das Turnier auch für andere Veranstalter Signalwirkung haben wird.“        

 

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