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Vor Schloss Chantilly steht bald wieder ein Springparcours PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 11. April 2021 um 16:56

 

 Das Plakat entwarf der US-Amerikaner Aaron Lowell Deaton

Chantilly/ Frankreich. Das bekannte internationale Springreiterturnier vor dem Wasserschloss in Chantilly bei Paris lebt wieder auf, ohne Zugehörigkeit zur Global Champions Tour, aber auf ebenfalls 5-Sterne-Niveau.

Nach einer zweijährigen Unterbrechung ist das Internationale Springreiterturnier (CSI) in Chantilly zurück auf der Bühne des großen Reitsports. 2019 hat man sich nach zehn Jahren aus der Global Champions Tour des Niederländers Jan Tops zurückgezogen, „weil immer größere finanzielle Forderungen gestellt wurden“, wie ein Insider sagte, danach kam Corona und machte zunächst einen Neuanfang zunichte. Doch nun hat sich das Turnier (8. bis 11. Juli) wieder eintragen lassen in den Kalender des Weltverbandes (FEI) als 5-Sterne-Veranstaltung mit einem Preisgeld von 520.000 Euro. Man kann fast sagen, den überirdischen Wesen sei Dank, denn es gibt keinen schöneren Turnierplatz auf der Erde, nicht in Aachen, nicht in Hickstead, nicht in Spruce Meadows, Rom oder in Madrid.

Chantilly – Paradies für Mensch und Tier

Der Turnierplatz von Chantilly, ausgebreitet als grüner Rasenteppich  vor dem Schloss, ist unvergleichbar. Geschichte und Sport vereinigen sich, nichts stört den Besucher, keine Enge, keine ständigen Kontrollen, ob man das entsprechende Ticket habe. Allein schon die Ausmaße des Platzes sind Lebensfreude, keine engen Schleusen, die man zu passieren habe, keine Eintrittsgebühr, und Hunde sind willkommen, sie dürfen sogar frei laufen. In Chantilly fühlt man sich schlicht gesagt wohl. Und das Tragen einer Maske vor Mund und Nase soll beim kommenden Turnier jedem Besucher selbst überlassen bleiben.

 

Geritten wird ausschließlich auf Rasenplätzen

(Foto: Jessica Rodriguez)

 

Pferde, Turnier und Sport stehen quasi als ein unsichtbares Denkmal für Yves Bienaime. Der ehemalige Pfleger, Reitlehrer und Pferdebesitzer hatte 1982 die Idee zur Gründung des „Lebendiges Museum des Pferdes“. Nach seiner Philosophie sollten die prächtigen, über 300 Jahre alten Mauern erhalten bleiben, das Pferd sollte dem Menschen aber auch wieder näher gebracht werden unter dem Aspekt der klassischen Dressur. Fast täglich finden Vorführungen unter der Kuppel statt, stets verknüpft mit einem geschichtlichen Thema, bei dem Pferde eine tragende Rolle spielten. Die aufwendig gestalteten Shows setzt als Tetereiterin seine Tochter Sophie Bienaime-Renauldon um, die Ehefrau des bekannten französischen Reitsportjournalisten Pascal Renauldon, Polospieler und Pressechef verschiedener Großveranstaltungen wie zum Beispiel neben Chantilly auch der Weltcupturniere in Bordeaux und Lyon.

Einmaliges Denkmal für das Pferd

An eine Wiedergeburt nach dem Tode glauben viele Menschen. Auch Louis IV. Henri de Bourbon-Conde gehörte dazu. Er bildete sich ein, wiedergeboren zu werden als Pferd. Und dann wollte er auch wie in seinem bisherigen Leben nichts vermissen. Also ließ er die wohl schönsten Stallungen aller Zeiten unter einer 28 m hohen Kuppel erbauen. Als der Herzog fünf Jahre nach Baubeginn 1740 in Chantilly starb, hatte er sich selbst und dem Pferd ein einmaliges Monument gesetzt, einen wahrlich adeligen Stallpalast von 186 m Länge mit 31 Sälen, ein Meisterwerk der Architektur des 18. Jahrhunderts. Hier waren damals bis zu 240 Jagdpferde und an die 500 Meutehunde untergebracht.

Clever dem Staat vermacht

Der gesamte Komplex mit den verschienen Gebäuden gehört dem französischen Staat. Der Herzog von Aumale, letzter privater Eigentümer der „Grandes Ecuries“ und des Schlosses mit wertvollem Inventar, wollte verhindern, dass zum Beispiel die einmalige Gemäldesammlung, kostbare Bücher oder wunderbares Porzellan verscherbelt würden. So vermachte er alles der Grande Nation unter der Bedingung: „Alles muss so bleiben wie es ist, nichts darf die Mauern verlassen.“

Chantilly, auf einer Fläche von 7.800 ha ausgebreitet,  40 km nördlich von Paris gelegen, ist mehr als die Heimstätte des „Musee Vivant du Cheval“, nennt sich zurecht auch Heimat des Pferdes von Frankreich. An den malerisch gelegenen Golfplatz grenzt Europas größter Poloclub (500 Pferde), daran schmiegt sich der 1834 geschaffene berühmte Hippodrom mit 2.400 m-Geläuf auf Gras, dazu gehören 120 km Trainingspisten auf Sand und eine 4 km lange Kunststoffbahn. Chantilly ist auch ein bedeutender Arbeitgeber in der Region.  Die über 3.000 Vollblüter beschäftigen etwa 2.000 Menschen, darunter 1.000 Jockeys und etwa 100 Trainer, im Museum haben acht Bereiter und 20 Pfleger einen Job, der Poloclub gibt 20 Personen Arbeit. Dazu werden zusätzlich Kräfte engagiert für die Galopprennen, bei den Poloturnieren und eben auch beim Springreiterturnier.

 


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