







| Nationen-Preis-Serie der Springreiter fast abseits öffentlichen Interesses |
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| Geschrieben von: Dieter Ludwig |
| Montag, 26. Januar 2026 um 18:25 |
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Lausanne. In drei Wochen beginnt in Abu Dhabi die vom Weltverband (FEI) abgesegnete neue Nationen-Preisserie der Springreiter mit zehn Teams, von denen sich acht nach lediglich vier Qualifikationen für das Finale in Barcelona Anfang Oktober qualifizieren. Bis auf Rotterdam ist kein einziger großer Veranstalterort dabei. Über Jahre hinweg war die Nationen-Preis-Serie ein Spiegelbild für beispielhafte Internationale Offizielle Springreiterturniere (CSIO), groß publiziert, Qualifikationen wurden auf allen Kontinenten geritten, und am Ende traf sich die wahre Elite in der katalanischen Metropole Barcelona zu einem großen Finale. Es gab Auf- und Abstieg. Seit einigen Jahren ist das anders. Qualifikationen gibt es nicht mehr, vor allem bestimmt auch Sponsor Longines mit. Der Schweizer Uhrenfabrikant schiebt jedem Veranstalter eine Million Euro zu, neben teuren Armbanduhren als Präsente für erfolgreiche Reiter und andere. Das hilft vielen Turnierorganisatoren leichter darüber hinweg, nicht zu den Rolex-Begünstigten zu gehören wie Aachen, Spruce Meadows in Kanada, La Baule, Dublin, Hickstead oder Rom. Die neue Longines-Serie beginnt in Abu Dhabi/ Vereinigte Arabische Emirate (11. bis 15. Februar) in drei Wochen, danach folgen noch Ocala/ Florida (17. bis 22. März), Rotterdam (18. bis 21. Juni) und Gassin-St.Tropez (16. bis 20. September), ehe das Finale in Barcelona (1. bis 4. Oktober) ansteht. Startberechtigt am Endturnier in der Olympia-Arena im feudalen Real Club de Polo sind die besten acht Teams der Zehnergruppe. Dazu eingeladen ist zusätzlich Spanien als Gastgeberland mit einer Equipe. Die zehn Mannschaften der Superliga kommen aus den USA, Belgien, Brasilien, Irland, Deutschland, Frankreich, der Niederlande, aus Italien, der Schweiz und Großbritannien. Ermittelt wurden die Teams anhand der Weltrangliste mit Stand Ende letzten Jahres, die bestplatzierten fünf Reiter und einer unter 25 Jahren („U25“) eines Verbandes gaben den Ausschlag über die Einstufung in die Superliga, Wer sich an das Reglement nicht hält, wird disqualifiziert. Jede Equipe beginnt den Nationen-Preis mit vier Reitern, im zweiten Durchgang sind nur noch drei erlaubt. Der jeweilige Equipechef muss einen herausnehmen, kein Muss besteht, einen nominierten U25-Reiter für die Mannschaft zu nominieren. Wie auf der Global Champions Tour werden die Reiter, Pferde, Pfleger und Entourage kostenlos zu den Turnieren eingeflogen, Unterbringung erfolgt ebenfalls für lau. Die Nominierung in den noblen Kreis der zehn Besten ist gleichzeitig auch verbunden mit gleichzeitigem Pflichtantritt bei jedem der besagten CSIO`s, jedoch nicht mehr nach Stellung auf der Weltrangliste. Der Auftakt in Abu Dhabi mit Frank Rothenberger (Bünde) als „Emir“ in der Hindernislandschaft aus Oxer und Steilsprüngen zieht nicht wie Aachen oder Spruce Meadows Tausende von Besuchern an, alles läuft fast geräuschlos ab wie ein Treffen unter Logen-Brüdern und eben mit ein paar Beobachtern auf der Tribüne. Was die Springreiter kaum stören dürfte. Denn der CSIO ist mehr als gut dotiert. Insgesamt beträgt das Preisgeld 1.313.400 Euro. Der Preis der Nationen am drittletzten Tag beläuft sich auf 700.000 Euro, davon gehen an die Sieger 230.000 Euro. Alle Mannschaften erhalten eine Präme, die letztplatzierte Equipe - wie in Abu Dhabi elf Teams – ist noch mit 12.000 € dabei.
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